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07.02.2002 20 37 van #240
Amerika-Nimmersatt (Jungvögel) - Kernbeisser - Steinadler - "Wir schwimmen und mussten es nie lernen": Gänsesäger - Typisches Dorf in den Bergen von Lesotho - Den prächtigen Vogel haben unsere Kinder in Korea im Original aus bunten Federn zusammengeklebt - "Wir schwimmen und mussten es nie lernen": Schwanenfamilie -Papilio palamedes - Siproeta stelenes - Heliconius erato - Nebelstimmung am Glaubenberg OW - Castagnola TI - Hoffnung / Speranza, gemalt von Nadija Yalochonowa, Weissrussland (10 Jahre) - "Wir schwimmen und mussten es nie lernen": Ente
Motive einiger mir gratis mit Bitte um Spende zugeschickten Motivkarten, von denen ich mich jetzt mangels Verwendungszweck zu trennen entschlossen habe.

07.02.2002 14 06 van #236
Der Fehler (I)
Es gibt einen Fehler im System. Das heisst, es gibt natürlich viele Fehler, aber von einem ganz bestimmten habe ich jetzt Kenntnis. Er ist gut versteckt, aber gestern morgen bin ich ihm selber begegnet. Kurz darauf hat sich ein Anwender bei mir beschwert, genau denselben Fehler betreffend. Typisch. Es sei "abgestürzt". Ich werde nun das System mit voller Absicht solcherart zu bedienen versuchen, dass der Fehler zu Tage tritt. So werde ich seine genaue Lage in den Skripten ausfindig machen können.

03.02.2002 18 16 van #218
I couldn't remember my name
So I called myself "Bob"
It's weird being a "Bob"
But I'll get used to it
I'll have to

No Means No: "The Day Everything Became Nothing"

01.02.2002 09 06 van #203
Meine Zahnärztin ist ein sanfter Mensch, und meine Angst vor ihr hält sich in Grenzen. Allerdings führt der Weg zu ihr stets über eine Voruntersuchung bei der praxiseigenen Dentalhygienikerin. Als diese mich zum ersten Mal untersuchte, lehnte sie sich so nahe heran, dass ihre Brust meine Wange berührte, was zumindest eine Ablenkung war. Ein halbes Jahr später hatte ich wieder einen Termin. Schon bei meinem ersten Besuch war ein tiefes Loch am rechten oberen Weisheitszahn diagnostiziert worden. Die Behandlung war verschoben worden, weil der Zahn aufgrund der immensen Grösse des Loches ohnehin nicht zu retten war. In dieses Loch stach die Dentalhygienikerin nun mit ihrem Untersuchungshaken hinein. Als sie es tat, schrie ich auf, worauf sie sich wortreich entschuldigte, es käme ganz bestimmt nicht mehr vor etc. Im weiteren Verlauf der Behandlung entdeckte sie auf meiner Patientenkarte das Geburtstagsdatum und fragte mich, ob ich auch eine Geburtstagsparty zum Dreissigsten gemacht hätte, sie sei nämlich auch gerade dreissig geworden. Ich bejahte, so gut das ging, und sie begann mir ihre Party zu schildern. Das Motto war Travestie. Ich tat überaus begeistert. Ohne Erfolg, sie stach weitere zwei Male direkt in das Loch hinein, was jedesmal furchtbare Schmerzen erzeugte.
Seit jenem Tag bin ich mir beinahe sicher, dass meine Dentalhygienikerin abnormal veranlagt ist. Ich überlegte mir schon, mich bei der Zahnärztin über sie zu beschweren. Aber dann ist es mir doch zu peinlich. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass keiner der anderen Patienten sich jemals beschwert hätte, wenn das tatsächlich stimmen würde. So nehme ich doch an, dass sie wirklich nur ungeschickt war. Gestern habe ich mich wieder zu einer Konsultation angemeldet, und schon für nächsten Dienstag einen Termin erhalten. Man muss in dieser Praxis eben nie lange warten.

25.01.2002 16 50 van #176
   »Unser ganzes Leben - ein einzige Sammlung aus Zitaten!«, rief er aus und rührte heftig mit dem Plastikstäbchen in seinem halbleeren Drink herum. »Unsere tiefsten Gefühle können wir nur noch in Popsongstellen ausdrücken. Manchmal denke ich sogar, wir fühlen überhaupt nur noch das, was wir aus Popsongs kennen!«
   »Wie meinst du das?«, fragte ich uninteressiert. Der Abend begann mir lang zu werden und ich bereute es, länger geblieben zu sein, und ich bereute es, dass ich dabei dem Impuls, neue Leute kennenlernen zu wollen, nachgegeben hatte.
   »Nimm mich zum Beispiel! Als ich ihn kennengelernt hatte ? «. Er machte eine lange Kunstpause, während der ich mich fragte, was es mit der Betonung des Wortes »ihn« auf sich hatte, ohne dass mich seine persönlichen Neigungen auch nur im geringsten interessiert hätten. »Weisst du, nachdem ich ihn angequatscht hatte, war nach fünf Minuten klar, dass es was werden könnte. Und ich, was dachte ich? ?Love comes always as surprise?, ging es mir durch den Kopf, ja!«
   Na schön. Mir war die Stelle nicht bekannt, und ich bezweifelte, ob ich wissen wollte, von wem der Song war, geschweige denn, wie dieser Mensch dazu kam, bei einer Bekanntschaft nach fünf Minuten von »love« zu sprechen, aber die einzige Abwehr, für die mich mein Zustand qualifizierte, war, ein möglichst gelangweiltes »Ach ja?« auszustossen.
   »Und dann wurde es echt ein toller Abend mit ihm, ich meine echt toll, so richtig gut mit allem Drum und Dran, aber das Seltsame war...«. Er stierte mich hilfesuchend aus seinen vom Alkohol hervorgetretenen Augen an. Ich sagte nichts. Ich wusste, dass ich jetzt nicht mehr in der Lage war, in den unaufhaltbaren Redefluss dieses egomanischen Plauderers einzugreifen. »Es war, als ob der Song die einzige Vorlage für unser ganzes verdammtes Zusammensein darstellte! Immer waren die Worte und die Melodie irgendwie mit dabei ? Und weisst du, was mir als einziges einfiel, als ich ihn wieder verlor?«
   Ich überlegte gequält, was genau er mit »verlor« meinte, und wusste dabei genau, dass das zu nichts führen würde. »Du, tut mir leid, ich muss jetzt gehen, mach's gut«, erwiderte ich schliesslich anstelle einer Antwort, schnappte mir meine Jacke, stand auf und strebte ohne einen Blick zurück in Richtung des Ausgangs.
   »You're always on my mind«, hörte ich ihn traurig hinter mir her rufen, »You're always on my mind...«.

23.01.2002 18 32 van #168
Sowohl die Nummerierung von Dvoráks Symphonien als auch ihre Opuszahlen haben oft für Verwirrung gesorgt. Da nur die letzten fünf zu Lebezeiten des Komponisten veröffentlicht wurden, gab man ihnen die Nummern 1 bis 5, doch auch dabei wurde die zeitliche Reihenfolg ihrer Komposition nicht streng eingehalten. Daher waren bis in die fünfziger Jahre die wirkliche Symphonie Nr. 5 als Nr. 3, die Nr. 6 als Nr. 1 und die Nr. 7 als Nr. 2 bekannt. Ausserdem war die relative Nähe ihrer jeweiligen Opuszahlen irreführend, da Dvoráks Berliner Verleger, Fritz Simrock, früheren Werken höhere Opuszahlen zuordnete, um den Eindruck hervorzurufen, es handele sich um neue Werke und so den Verkauf zu steigern! Erst als Dvorák in der Person von Jarmil Brughauser seinen "Köchel" fand, wurden dieses Dinge richtig gestellt.
aus dem booklet zu Dvorák, Symphony No.6, 1993 Chandos Records Ltd.

20.01.2002 21 47 van #148
Wie es auf der Tafel mit Kreide gestanden hatte, so war es auch. Um 16 Uhr standen die Lifte still. Wir fuhren zum letzten Mal ins Tal hinunter. Der Zug war schon weg. Wir nahmen das Restaurant, das neben dem Bahnhof lag. Im Raum waren nur wenige Gäste, aber der Rauch war enorm. Auf dem Tisch lag ein handgeschriebener Zettel. Die Serviertochter begrüsste uns beide mit Handschlag und fragte, was wir wünschten. Mein Bruder bestellte den Ramba Zamba Kaffee, der auf dem Zettel angepriesen wurde. Ich wendete den Zettel und las. Ich fragte, was das sei, Ruth's Hausmedizin. Sie umschrieb ungenau einige Zutaten, aus denen ich mir einen Drink nicht vorstellen konnte gemischt zu werden, aber da ich nun mal gefragt hatte. Bald kam sie wieder und stellte die Sachen hin. Mein Bruder nahm den ersten Schluck und sagte "Aha, Ramba Zamba". Ich entgegnete "Bei mir ist bestimmt Martini drin". Mein Bruder glaubte das nicht und fragte die Serviertochter um Auskunft. Sie verriet aber nichts mehr. Als die Zeit gekommen war, standen wir auf. Die Serviertochter schüttelte uns abermals die Hand. Der Zug kam angefahren. Wir fanden einen Platz im Wagen. Rund um uns tobte es, Jugend der Ostschweiz. Wir schliefen schnell.

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