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02.02.2002 14 34 pet #210
Das Haus
Der Laden
Bericht von der alternativen Detailhandelsfront: In "Nataschas Allerlei" sind die Karrees von alkoholisierten Getränken Kinderspielzeugen gewichen. Es liegen jetzt im Schaufenster gelbe Plastikschaufeln und rote Chübeli, ein kleiner Bagger, ein aufgeblasener grasgrüner Schwimmring sowie antiken Vasen nachempfundene Gefässe. An einem zweiten Saugnapf mit Haken hängt jetzt am Fenster neben dem Kinderkleid ein zirka 10 mal10cm grosser Drachen mit Mickeymouse-Motiv. Zusätzlich ist ein fluoreszierendes Plakat angebracht, mit einer Aufzählung der bereits erwähnten Waren und dem vielversprechenden Hinweis auf weitere "schöne Sachen". Aus dem dunkeln Lokal leuchtet mir jetzt jeden Abend eine bläulich schimmernde Getränkekühltruhe heim. Ich muss dabei an diese weissbärtigen, herzinfarktgefährdeten Kläuse in ihren mit tausend Lämpchen beleuchteten Trucks denken, die des Nachts durch Schneelandschaften kurven. Immerhin ersetzt mir das den abwesenden Winter.
01.02.2002 20 05 pet #205
Achtung: Durchsage der Leitstelle.
Sprachverwehungen verhindern
vorübergehend das Weiterdenken.
Die Störung wird so bald als
möglich behoben.
Wohnen in entlaubten Worten.
Spache werde zu Sein,
wollen deshalb nur schreien.
Bähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
Bähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
Bähhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh
Schreien, werden stumm
Sein ist Schein
gehen paraphrasiernd ein.
Blabberaplblabbalablebberlabba
Paperlabbbabbaalallibabablaber
balababerlappppppabalabberlaa
Rechenkünstler verlagern
sich auf die Homöopathie.
Frauenzeitschriftenfetischisten vernutzen
Wunschlosikgkeit
mittels Computertastaturen
zu gähnenden Bleiwüsten.
Mit grösstem Genuss elaborierende
Wahrnehmungsspezialisten verbrennen
Gedanken in Hochleistungsgehirnen
zu blasierten Gebrauchsschöpfungen
für bornierte Eklektiker.
Lalalalallllallalalalllalllalalallala
Lalalalallllallalalalllalllalalallala
Lalalalallllallalalalllalllalalallala
priests of the regulated
technical revolutions - I forgot
to ask some questions about how to
exploit insanity.
they answered: "You bastard
You have to be a consumer,
a producer or go to the hell."
In dieser Situation ist immer
SIE zu kontaktieren, also los:
"Grüezi wohl Frau Stirnimaa,
säget Si wie läbet si wie gaats dänn
irem Maa?"
Frau Hirnimann öffnet ihre
Handtasche, greift nach ihrem
Natel und flötet:
Die Störung ist behoben, wir
danken Ihnen für Ihre Geduld
und wünschen Ihnen einen angenehmen
Aufenthalt dort, wo Sie nie ankommen werden.
30.01.2002 18 34 pet #193
Das Auto
Die Ferien
Ich hatte mich von meinem offensiven Nachbarn verabschiedet und sass nun im Auto, der Gewitterregen prasselte auf das Dach und ich schaltete den Scheibenwischer ein. Es hatte nicht viel Verkehr. Wohin meine Reise mich führen würde, wusste ich nicht. Nachdem ich den Zündschlüssel gedreht und mir eine Zigarette angesteckt hatte, entschied ich mich für die Autobahn Richtung Westen. Ueber der Stadt hingen schwarze Wolken, vom Limmattal her schien mir die untergehende Sonne entgegen. Wenn man, wie ich, nicht oft Auto fährt, ist es jedesmal ein Ereignis.
Vor Basel hielt ich bei einer Autobahnraststätte an. Es war bereits dunkel. Ich wollte mir eine Strassenkarte kaufen. Der Regen hatte aufgehört, die Luft war warm und feucht. Die Raststätte lag quer über den vier Fahrspuren der Autobahn. Ich holte mir einen Kaffee und setzte mich im Restaurant an einen Tisch. Die Leute waren den sommerlichen Temperaturen entsprechend gekleidet. Eine holländische Familie sass am Tisch neben meinem. Lastwagenfahrer mit und ohne Bäuche unterhielten sich und rauchten. Es ist ein Kontrast zwischen den lebhaften Menschen in der Raststätte, und den auf der Autobahn dahinrollenden, hinter den Scheiben ihrer Wagen nur zu erahnenden.
Ich habe längere Zeit in Zügen Getränke und Sandwiches verkauft. Dort sind die Reisenden selten so lebhaft. Bahnwaggons können vollbesetzt sein und zu hören sind nur gedämpfte Gespräche. In meiner Funktion als Verkäufer wollte ich jeweils nicht zu aufdringlich sein, denn die Reisenden waren meinen Angeboten unfreiwillig ausgesetzt. Ich beherzigte meine eigene Maxime aber nicht immer. Insbesondere dann, wenn ich wusste, dass fast niemand etwas kaufen würde, machte es mir Spass, die Leute trotzdem zum Konsumieren zu bringen.
Anders ist es in der Raststätte. Dort gehen nur jene hin, die konsumieren, tanken, schwatzen oder pissen müssen. Eine enthemmte Atmosphäre.
Meine bisherige Fahrt war ohne Ziel. Vielmehr wollte ich Zürich verlassen, um in einer fremden Umgebung zu entscheiden, wohin die Reise gehen würde.
Ich ging zum Kiosk und schaute mir die Strassenkarten an. Ich entschied mich für die italienische.
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