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21.08.2011 02 02 pet #2854
Parmesan II

Kein Weg führt am Parmesan vorbei, der im Kühlschrank lagert. Ein Weg gibt es allerdings noch: das blaue kleine Fenster mit Worten zu füllen. Statt den Magen mit Parmesan. Im fetten Bauch der Virtualität hat's noch Platz, denk ich mir und der Umstände halber werden noch andere Kreaturen besuldet mit diesen Eingebungen eigenwilliger Art. Das "Ich" spielt dabei die Rolle des Unterbotenen. Die Person, die dies schreibt gewährt kurz Einblick in seine Verwirrtheit. Es schreibt und niemand ist da. Dunkel die Nacht die den Mitteilenden umgibt. Wo "ich" war wird "es" sein. So kurz gefasst die Biographie einer Wirrniss. Strenge Befehle kläffen durch die Nacht: Klarheit, Besonnenheit, Logik, Einsicht! Doch allzugut weiss der nüchterne Mensch, ist der gesunde Menschenverstand ganz eigentlich überfordert. Bleiben lassen, was ausgerufen werden sollte! Bleiben lassen, was verschwiegen werden kann! Der Parmesan im Kühlschrank löst alle offenen Fragen und macht die Sorgen platt. Manchmal denk ich mir, dass die Verwerfung in meinem Geist ganz eigentlich ein Spiegelbild der Welt ist, die ganz ordentlich komisch ist.

11.04.2011 00 36 pet #2870
IMG_0364.JPG.jpg

11.04.2011 00 21 pet #2857
Es begab sich also vor Mitternacht, dass nicht mehr gewusst wurde, was Wissen ist. Es war nur noch Parmesan im Kopf und im Magen und die Verwirrung ausgebreitet auf dem Bildschirm. Sich Verwirrung zu leisten ist im geschäftigen Alltag eine Todsünde. Am Abend sie zu haben, so kurz vor dem Gang ins Bett, ist erlaubt. Da stellen sich manche Fragen, die tagsüber sich zu stellen wirklich gefährlich sein kann. Ob es kein richtiges Leben im Falschen gibt zum Beispiel. Stelle dir vor, du arbeitest und gibst dein Herzblut. Und dann kommt dir so ein unbequemer Adorno in den Sinn. Du hast dann für nichts gearbeitet und dein Herzblut wurde für das Falsche vergossen. Das ist die Realität und sie ist schmerzhaft. Der Schmerz ist zwar nicht vergleichbar mit dem Laib Parmesan, der einem auf den Kopf fällt wenn der Sonntagsspaziergang ansteht und der Käser, den es nicht mehr gibt, die Kontrolle über seine Laibe verliert. Nein, der Schmerz fühlt sich nicht an nach etwas, was der Körper kennt. Vielmehr fühlt sich gar nichts mehr an. Es führt zu einer Leere, die zu füllen Lebensmittel sich anbieten. Alkohol ist wahrscheinlich die bessere Wahl, liess ich mir sagen, der macht weniger dick.

22.03.2011 01 01 pet #2868
"Der Naturgenuss ist nach dem Alkoholismus die meist verbreitetste Volksseuche in der Schweiz. Er ist das Opium der Normalos".
Benedikt Loderer in Reflexe auf DRS2 in einer Sendung über die "Hüslipest".

05.10.2010 23 45 pet #2837
Das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden misslingt mir regelmässig. Das Unwesentliche ist das Detail. Detailliert auszuführen, um was es mir geht, das gelingt mir. Dabei das Wesentliche nicht zu vergessen ist die Kunst, die ich nicht beherrsche. Aber wer kann schon vom Wesen der Dinge berichten. Überall liegt Verwesung in der Luft. Was gewesen die Mode, was zerlesen die Literatur, was verwesen die toten Hunde! Tote Hunde bellen und beissen nicht mehr. Wenn das Wesentliche das ist, was übrig bleibt, muss es duftende Heublume gewesen sein. Ich erinnere mich daran, als Kind die Gülle ausgetragen zu haben.

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