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22.01.2002 11 57 nik #159
liss.jpg


Model Lissabon
Sehr funktionelles Bettsofa (wer es findet, kriegt eins geschenkt) mit hoher Schlafqualität. Normale Liegehöhe und einfachste Bedienung zeichnen dieses Modell aus. Ein grosser Stauraum schluckt das ganze Bettzeug. Eignet sich für jede Nacht. Stoff nach Wahl.

21.01.2002 16 34 nik #154
Gegen Mitternacht bestieg ich den Bus nach Lissabon und kam frühmorgens dort an. Der Busbahnhof befand sich am Ufer des Rio Tejo. Ich kaufte mir an einem Imbisstand einen Kaffee und wartete bis es hell wurde. Eine etwas ältere Frau, welche ebenfalls mit dem Bus gereist war, fragte mich woher ich komme. Sie sagte sie kenne die Schweiz und, dass ihr Genf gut gefalle, besonders die Kleidergeschäfte. Ich fragte sie ebenfalls woher sie komme. Sie sagte, sie sei aus Saõ Paulo. Sie ging in ein Café auf der anderen Strassenseite und ich musste ihre Koffer bewachen.
An jenem Morgen war es ziemlich kalt. Gegen Mittag bezog ich ein Hotelzimmer und schlief eine Weile. Als ich wieder erwachte, begann ich zu lesen. Ich hatte das Buch eines Schweizers dabei. Der Titel fällt mir nicht mehr ein, so sehr ich auch versuche mich zu erinnern. Ich weiss aber noch, dass es ein sehr umfangreiches Buch war. Es war die Geschichte eines Jungen aus Zürich oder einer ähnlichen Stadt. So viel ich weiss, entdeckte ich Gemeinsamkeiten oder meinte fälschlicherweise Gemeinsamkeiten darin zu entdecken. Es war mir peinlich. Ich las das Buch aber trotzdem zu Ende. Denn es ist befriedigend dicke Bücher zu Ende zu lesen, auch wenn man nicht mehr mitkriegt, als wenn man ein Buch mit nur fünfzig Seiten liest. Ich las danach auch noch ein dünnes Buch von einem Deutschen.
Das gute an der Stadt Lissabon war, dass man immer einen Hügel fand, der noch höher war, als der andere. Man musste sich nur ein wenig anstrengen und schon sah man sein nächstes Ziel, welches man - verbunden mit einer kleinen Anstrengung - erklimmen konnte.
Von einem Hügel aus schaute ich über den Rio Tejo, dachte an meine Gedächtnislücken und ärgerte mich ein wenig, dass ich an diesem Punkt meiner Reise umkehren musste, denn ich hätte nie und nimmer ein Schiff bestiegen.

19.01.2002 23 45 nik #146
Youdi, mit blassem Gesichtsausdruck und einem halben Pfund Hackfleisch in der Tragetasche, war auf dem Weg zu seiner Mutter, die, nachdem ihr Mann, Youdis Vater, auf tragische und unerklärliche Weise gestorben war, in weniger als einer Woche gänzlich ergraute und, da ihr Hang zum alten Testament derart ausgeprägt war, dass sie bei Herrn Gaber, einem nickelbebrillten Theologen mit Vorliebe für mittelalterliche Altarbilder aus dem Friaul einen Intensivkurs in der Sprache Jesu genommen hatte, mit ihrem Sohn, Youdi, in einem Gemisch aus ihrer Muttersprache und Aramäisch sprach und ihm dabei tassenweise viel zu bitteren Schwarztee einschenkte und obendrein den Tee gegen seinen Willen nachsüsste, wobei sie Youdi abwechselnd für dessen Vater oder aber dessen Bruder hielt.
Weil das Hackfleisch, welches er am vorigen Tag in der Metzgerei unten an der Strasse gekauft hatte und über Nacht ins Gefrierfach gelegt hatte, noch immer halb gefroren war, knetete er es, da keine Aussicht bestand, dass in den nächsten fünf Minuten ein Bus ankam, mit seiner linken Hand, einerseits, weil ihm das Gefühl des matschig-kalten Fleisches gefiel und andererseits, weil er sich ausrechnete, dass der Vorgang des Knetens den des Auftauens beschleunigte, was wiederum den Besuch bei seiner Mutter verkürzte.
Mitten im Kneten radelte eine Gestalt mit flatterndem Haar und strampelnden Beinen in die Richtung der Busstation und somit in diejenige Youdis, welcher, als er der Situation gewahr wurde, selbstverständlich das missverständliche Kneten unterliess und angestrengt war, einen neutralen Gesichtsausdruck aufzusetzen, während die Bekannte vom Fahrrad stieg und sich ihm mit entschlossenen Schritten näherte und nach wenigen Sätzen den Wortwechsel in ein Gespräch verwandelte, welches in die Frage der Bekannten gipfelte, ob er, Youdi, nicht vielleicht wieder einmal die Stadt verlassen wolle und, ob sie dies nicht gemeinsam tun wollten. Auf Youdis Frage, zu welchem Zeitpunkt sie den zu verreisen gedenke, antwortete die Bekannte mit einem für Youdi nicht weiter erstaunlichen ?Sofort!?.

18.01.2002 16 43 nik #134
Fine Young Cannibals; Johnny Come Home
Desireless; Voyage, Voyage
Whitney Houston; I Wanna Dance With Somebody
Mory Kanté; Yé Ké Yé Ké
Belinda Carlisle; Heaven Is A Place On Earth
Tanita Tikaram; Twist In My Sobriety
Soul Asylum; Runaway Train

Eine kleine Revue des Lebens

18.01.2002 16 05 nik #133
Im Freundschaftsspiel zwischen Weltmeister Frankreich und Fussball-Nobody China stand es nach der regulären Spielzeit noch immer 0:0. In der Verlängerung erlöste dann aber Zidane seine Elf und schoss in der vierten Minute der zweiten Halbzeit das Golden Goal.
...und das Schwierigkeitsstufe 'Beginner'!

17.01.2002 19 43 nik #130
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