16.01.2002 10 07 nik #120
"Don't you know there is no devil, there is just god when he's drunk."
T. W.
15.01.2002 21 39 nik #116
Diese Woche war die Woche des Coming-out! Markus, du hast das schon ganz zu Beginn gesagt, dass du auf Männer stehst! Ja! wendet sich zum grossen Screen, ein Film wird eingeblendet, man sieht Markus am Tisch sitzen aus einer bizarren schräg-oben Perspektive: Ich habe das aus Absicht nicht gleich allen erzählt, da ich nicht wollte, dass man mich auf meine Sexualitivi-, Sexualivitä-, Sexualität reduziert. Ich bin zuerst Mensch und nicht mein Liebesleben.... Markus spricht mit einer Frau, diese fällt ihm ins Wort, sie brüllt: Man will doch das GANZE LEBEN nicht auf etwas reduziert werden. Filmchen fertig.
Moderator: Wir hatten diese Woche noch ein ANDERES Coming-out! Tobi, du hast ein Tattoo! Tobi: (lächelt beschissen) hi-hi...ähm ja (Applaus) Filmchen ab: man sieht Tobi am Telefon, wieder schräg-oben Perspektive. Tobi telefoniert offenbar mit seiner Schwester: Was? Er hat es gesehen? Wo denn? In der Bar? Nein, als du so da standst, beim Umziehen! Anderes Filmchen, schwarz-weiss diesesmal mit MTV-Ruckeln: Tobi von hinten, in pampiger Unterhose, er trägt auf dem Rücken ein sonnenförmiges, etwa bierdeckelgrosses Tattoo. Zurück beim Telefongespräch: Und? Wie hat er reagiert? Schwester: Gut! Filmchen fertig.
Moderator: Wieso hast du es ihm nicht schon früher gesagt? Tobi: Naja, ich weiß nicht, es gab da so vor zehn Jahren... Ich dachte, ich hab?s so hingezogen und verpasst und ich dachte, wenn mein Vater es sieht, dann sieht ers. Moderator: Aber warum, das ist doch nichts schlimmes! Tobi: Mein Vater, vor zehn Jahren, da hatte er mal die Idee, es sei etwas für Rocker oder Kriminelle oder andere mit Problemen und ich weiß nicht, diese Idee, heute ist das ja anders aber eben, ja...
Moderiere, Schwein!
15.01.2002 11 03 nik #112
Die Wochenthemen
1.eGenesis - Die Geburt der virtuellen Existenz aus dem Geist der
Kybernetik
2. Identität im Internet - Das Pixel-Ich sucht sein Selbst
3. Unter Strom - Vom Cyberflirt zum Flamewar
4. Soll & Haben - Geld und Wirtschaft im Netz
5. Unter Tage - Arbeit, Freizeit und Kreativität
6. Morbus Web - Gesundheit, Krankheit und Tod
7. Geist & Intellekt- Kultur, Bildung, Religion, Wissen
8. Tribe - Wohnung, Heimat, Gemeinschaft, Politik
...und diese Seite muss man lieben!
14.01.2002 15 34 nik #109
13.01.2002 19 04 nik #104
Mein Reiseziel war Lissabon. Ich weiss nicht mehr aus welchem Grund. Ich reiste nicht auf direktem Weg von Sevilla nach Lissabon, sondern nahm den Zug bis zu einem Ort an der spanisch-portugiesischen Grenze. Ich kam gegen Mittag dort an. Mit zwei seltsamen Männern, welche ich zuvor im Zug kennen gelernt hatte, ging ich essen. Der eine der beiden war Deutscher, der andere Spanier. Könnte auch sein, dass er Portugiese war. Beide waren vom Alkohol gezeichnet. Der Spanier (oder Portugiese) hatte einen dicken Bauch und dürre Beine, der Deutsche war ganz und gar dürr. Er erzählte, dass er, als er so alt war wie ich, eines Tages mit dem Mofa von einer deutschen Kleinstadt losgefahren sei. Zwei Monate habe er gebraucht, bis nach Spanien. Zurückgekehrt sei er nie. Seine Geschichte erzählte er mit einem unterwürfigen und beschämten Gesichtsausdruck. Zwischen den Sätzen lachte er. Es hörte sich jedoch eher wie ein Schnauben an.
Der Spanier rauchte umständlich eine Pfeife und bemerkte, dass er mit Hilfe des Pfeifenrauchens von der Alkoholsucht losgekommen sei. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich ihm dies glaubte. Wir tranken Lemonsoda und
verabredeten uns für den Abend. Sie sagten mir, sie müssten noch Bankgeschäfte erledigen, aber gegen acht oder neun würden sie ins Casino am Strand gehen und ich solle doch mitkommen. Ich ging nicht.
08.01.2002 23 28 nik #93
Ich bestieg den Zug in Zürich, ich weiss nicht mehr genau um welche Zeit. Ich bin bis an die Spanische Grenze gefahren, wie das Örtchen hiess, ist mir entfallen. Ungefähr zwei Stunden musste ich auf den Anschlusszug warten. Es war der völlig veraltete spanische Schnellzug Tango. Ich kann mich noch daran erinnern, dass der Zug bis zum letzten Platz voll war. Ich bin im stehen nach Barcelona gefahren. Abends kam ich dort an, es war bereits dunkel. Die Luft war feucht und heiss. Ich nahm ein Zimmer in einem Hotel, welches neben dem Bahnhof lag. Ich wollte nicht lange nach einem Zimmer suchen, da ich gewillt war, am nächsten morgen gleich weiter nach Sevilla zu reisen. Das Zimmer war viel zu teuer und hatte einen Fernseher mit drei Kanälen. Ich glaube ich schaute noch ein wenig fern oder ging noch kurz um die Ecke etwas trinken oder beides und schlief danach ein. Im Zug von Barcelona nach Madrid - ich musste in Madrid umsteigen da es keinen direkten Zug nach Sevilla gab - lernte ich einen Amerikaner kennen. Ich habe seinen Namen vergessen oder ihn niemals gewusst. Der Amerikaner erzählte mir, er sei in den Ferien. Ich sagte, ich sei ebenfalls in den Ferien. Er erzählte mir, dass er studiere, ich habe vergessen was. Wir beschlossen ins Bahnrestaurant zu gehen. Es war kein eigentliches Restaurant. Es gab lediglich eine Bar und Stehtische. Ich glaube wir tranken ein Bier. Wenn ich mich nicht irre, tranken wir ein zweites, nachdem wir das erste geleert hatten. Als uns der Gesprächsstoff ausging kam ein betrunkener Spanier hinzu und redete auf den Amerikaner ein. Es gefiel ihm sichtlich Englisch zu sprechen. Die meisten Menschen reden Englisch, wenn sie betrunken sind. Ich weiss keine befriedigende Erklärung dafür. Unser Zug fuhr an den Vororten von Madrid vorbei. Riesige Industriebauten, Raffinerien und Einkaufszentren, Glashäuser und dazwischen brachliegende Felder. Der Spanier betonte - nun schon sehr laut sprechend - den schlechten Zustand seines Landes. Spanien sei heruntergekommen in den letzten Jahren und mit dem Land natürlich auch die Menschen. Der Amerikaner meinte, es sei doch gar nicht so schlimm. Ich holte uns noch Bier. Zwei, nicht drei, denn der Spanier hatte schon genug getrunken. Danach ging ich zurück in mein Abteil.
|