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07.05.2002 12 04 nik #551
Für diejenigen, die nie eine panini-Sammlung begonnen oder beendet haben, geben wir nachstehend folgende wichtigen Regeln:

Laufe zum nächst gelegenen Verkäufer!
Kaufe das Album und einige Bildertüten!
Klebe die gekauften Bilder sofort in die dafür vorgesehenen numerierten Freiräume ein!
Mach' dies so, wie oben beschrieben, solange bis du die Sammlung vervollständigt hast!

04.05.2002 00 49 nik #543
(Über einen Kinobesuch, angereichert mit Erfundenem)
Vor ungefähr zwei oder drei Jahren, während die Börse mit Bestimmtheit besser oder schlechter schloss, beschloss ich unvoreingenommen oder mit gewissen Vorahnungen ins Kino zu gehen. Es war in Lissabon. Das Kino lag in einem Teil der Stadt, wo mich die Strassen nun - aus zeitlicher Distanz - entfernt an Rutschbahnen erinnern. Ich glaube, es regnete oder es hatte aufgehört zu regnen oder es begann zu regnen, als ich, nachdem der Film zu ende war, das Kino verließ. Vielleicht doch ein bisschen allzu zufällig fällt mir an dieser Stelle ein, dass der Anlass zu dieser Erinnerung die Wiederholung des im oben genannten Kino gezeigten Films im staatlichen Fernsehen am gestrigen Tage ist. Den Film zeichnete seinen Umgang mit den Schauspielern aus; eigentlich gab es keine Haupt- und Nebenfiguren, sondern die Figuren waren je die Verkörperung eines Teils der ?Hauptfigur? bzw. des ganzen Komplexes. Zweifellos fand ich Gefallen am Film, an den Figuren, den Dialogen, dem Witz, den Bildern, der Musik... Doch noch mehr Gefallen fand ich am Kinobesuch selber. Das Kino lag neben einem großen Hotel, dessen Einfahrt ein Reisecar bis auf den leicht abfallenden Gehsteig versperrte. Nein, der Gehsteig war ziemlich stark abfallend, was meine Assoziation mit ?Rutschbahn? erklären würde. Vielleicht bleibt noch über den Film zu sagen, dass er zum Schluss andeutet, wie sich ?der Kreis des Lebens? schließt.

01.05.2002 23 37 nik #535
"...es folgt die Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen einem Terraner und einem Antipodianer:

Terraner - Verstehst du den Satz: Ich habe G-412 ?
Antipodianer - Ja. Du hast G-412.
T - Wenn du zu mir sagst, du hast verstanden, heisst das dann, dass du auch G-412 hast ?
A - Weshalb sollte ich ? Du hast G-412. Ich Gott sei Dank nicht.
T - Versuche mir zu sagen, was geschieht, wenn du verstehst, was man zu dir sagt.
A - Gewöhnlich habe ich, wenn jemand mir sagt, dass er G-412 hat, Q-234, das in gewisser Weise die Kette von Zuständen Z-j...Z-n (wo n>j) auslöst, so dass ich K-33 habe. Dann sage ich, dass ich K - 33 habe, und mein Gesprächspartner antwortet mir, er freue sich, dass ich verstanden hätte, worauf er hinaus wollte. Sieh in meine Enzyklopädia Antipodiana nach: Zustand G-412 = 'kann in der Situation S-5 durch Z-j...Z-n interpretiert werden'."

Eco, Umberto. Die Grenze der Interpretation. 1995

25.04.2002 16 33 nik #524
Um meinen Unmut über gewisse Dinge...

Dank an Plu

19.04.2002 17 25 nik #508
...dabei fanden die Beamten unter anderem (!) einen Revolver, 16 00 Franken Bargeld, eine als Schlüsselanhänger getarnte Waffe mit doppelter Schussvorrichtung, diverse Natels, Sexvideos, einen Schlagstock und ein Kilo Marihunana.

12.04.2002 15 23 nik #494
Unumwunden gebe ich hier zu, dass ich ein regelmässiger Besucher der Internetseite www.tilllate.ch bin. Viele Bilder von schönen Menschen, die eine noch schönere Zeit zusammen mit anderen schönen Menschen in einem beschallten und bebarten Raum verbringen, welcher sich durch eine gewisse Angesagtheit auszuzeichnen hat, um in die besagte Seite Eingang zu finden. Noch unumwundener, als dass ich zugebe ein regelmässiger Besucher dieser Seite zu sein, will ich mein Interesse als ein voyeuristisches deklariert haben. Besonders interessiere ich mich für Frisuren, aber auch für Textil und Make-up. Die Wichtigkeit von solchen Äusserlichkeiten ist in keiner Weise zu unterschätzen. Sie bestimmen weitestgehend über das Gelingen einer schönen Nacht. Vielleicht das einzige, was uns noch gemeinsam bleibt. Selten ist einer dieser jungen Menschen alleine auf dem Bild, meist ist man zu zweit, zu dritt oder zu vielt. Man hält den eigenen Kopf möglichst nahe an den Kopf seines (Bild-)Partners. Meist so, dass die Köpfe sich an den Schläfen leicht berühren. Ich sehe mich beim Anblick der Bilder gezwungen zu glauben, diesen Menschen mangele es durchaus nicht an Glück.

04.04.2002 23 57 nik #474
Heute bin ich um 10:37 aufgestanden. Ich glaube, ich war schon früher einmal wach. Das erste aber, an das ich mich wirklich erinnere, ist die Zeit 10:37 auf dem Display meines Mobiltelefons. Die Nacht verbrachte ich fröstelnd, kein fiebriges Frösteln, nicht schubweise, sonder andauernd.
Am Nachmittag sass ich im Park auf einer Bank. Es war so warm, dass ich meine Jacke neben mich auf die Bank legte. Die Zigarette, die ich rauchte, schmeckte mir nicht, weil ich zu hungrig war. Ich rauchte dann noch eine. Das Buch, welches ich las, hielt ich so, dass die linke Seite sonnebeschienen war und die rechte im Schatten lag.
(Gestern sass ich in einem Kaffee. Durch eine grosse Fensterfront blickte man auf eine Baustelle, vier oder fünf Kräne, gelb und reglos. Aus zwei Stahlrohren floss Wasser in ein Becken oberhalb einer Baubaracke. Es floss ziemlich viel Wasser und es floss natürlich ununterbrochen.)
Eine Szene aus Terminator I: Eine Mutter mit Kind auf dem Kinderspielplatz. Das Kind auf der Schaukel, die Mutter stösst es an. Zeitlupe. Um den Kinderspielplatz ein hoher Zaun auf der anderen Seite eine zweite Frau. Sie ist mit der Mutter identisch und schlägt mit den Fäusten gegen den Maschendrahtzaun und will die Mutter mit Kind schreiend vor der drohenden Katastrophe warnen. Vor der Apokalypse (wie lächerlich, eigentlich). Die Mutter bemerkt die Frau jenseits des Zauns und wendet sich von ihr ab, ratlos, mutterinstiktmässig das Kind beschützend, wie man sich von einem unangenehm werdenden Irren abwendet. Dann: Die Bombe. Hitze und Druckwelle streifen die Haut von der Frau am Zaun ab. Sie kann sich aber noch mit den Fingern in den Maschen festklammern...
Heute war es genau so ein Wetter, wie in dieser Szene vor der Apokalypse, lieblichster Frühlingskitsch ? Familien, Kinderwagen, Schaukel, Sonnenbrillen, "gross und klein". Im Sonnenschein wirkt die Welt still, manchmal unerträglich still. Das Licht schluckt den Stadtlärm und die Umgebung entfernt sich. Auch Geräusche aus nächster Nähe erreichen mich wie über einen grossen, menschenleeren Platz.
In der Enttäuschung über das Ausbleiben der Apokalypse liegt der Reiz eines solchen Tages.

Auf einer Bank unweit von meiner sassen zwei Typen und alles was sie taten (sie taten nicht viel, sie sassen eigentlich nur da) war irgendwie superlustig. Sie hatten etwas, was alle Komikerduos gemeinsam haben; die eine Wesensart kommentiert die andere so, dass diese komisch erscheint.

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