entecker
 
 
laufend   75 74 73 72 71 70 69 68 67 66 65   beginn
 

entecker

start
kontakt
 

autoren

ah
bis
dab
eto
juc
lb
lp
mo
nik
pet
plu
ps
van
 

archiv

Oktober
 
2013:
September
August
Juni
Januar
 
2012:
Juli
März
Februar
 
2011:
August
Juli
März
 
2010:
Oktober
August
Juli
April
März
Februar
 
2009:
Dezember
November
August
Juli
Juni
April
März
Februar
 
2008:
November
Oktober
September
Juli
Juni
März
Januar
 
2007:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2006:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2005:
Dezember
November
September
August
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2004:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2003:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2002:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2001:
Dezember
November
Oktober
 
 
 
06.09.2013 16 17 nik #2903
Carlos

05.07.2012 15 58 nik #2886
Die eingeschlagene Richtung sollte nicht verändert werden, damit alles bleibt, wie es ist. Denn was ist, bleibt bestehen, wird es nicht verändert. Die Dinge bestehen seit jeher und verändern sich von sich aus nicht. Das ist die Natur der Dinge. Alle Veränderung ist eine Einwirkung von aussen. Ein Eindringen in die Dinge, die an sich nicht sind. Eine Verletzung, ein Stich, ein Ruck, ein Anstoss, eine Aktion in verschiedener Weise. Aber immer ein Fehler, etwas Abweichendes, das nicht gewollt ist. Irgendwann kam diese Bewegung ins Rollen, ins Driften, in Fahrt etc. und lässt sich nicht mehr stoppen. Doch eigentlich ist es nicht so, dass die Dinge erst durch diese Bewegung gezeugt wurden. Die Dinge waren schon immer. Die Welt, die Steine, die Bäume, die Gefühle, die Tiere und die Menschen. Es ist nur so, dass es einst zu Bewegung kam, zu einer Rührung, einem Impuls, der alles zu Verändern begann. Und es ist nicht so, dass dies gut wäre, sondern schlecht. Die Bewegung ist rein und böse. Sie, die neutrale Bewegung, von der niemand weiss, woher sie stammt, wer sie gezeugt, ob sie jemand gewollt hat, sie ist der Teufel, das eigentliche Übel, das verderben. Und gleichzeitig ist sie die grosse Täuscherin, die uns im Glauben lässt, die Veränderung, also ihre Wirkung, die Unruhe, das Unstete, die Transformation, das Fortschreiten, um nicht zu sagen der Fortschritt, der Drang, die Metamorphose – all dies sei das Gute, sei das Leben, der natürliche Lauf der Dinge. Es gibt nichts Unnatürlicheres als diese Bewegung, die Veränderung hervorruft. Die Natur ist das Ding, das sich nicht rührt. Die Natur hat kein Bewusstsein – auch ein Produkt der Bewegung, angestossen durch die Bewegung, immer über sich selbst stolpernd und sich selbst befragend in der Bewegung zu sich selbst, von sich selbst entfernend. Das Leben ist die Desillusion der Veränderung. Die Bewegung ein Fehler, ein eigentlicher Tod des Lebens. Der Stillstand, die Stille, die Nicht-Bewegung in seiner ganzen Fülle ist das eigentliche Leben, das zur Auferstehung wird. Die Auferstehung wörtlich genommen, ist genau dieser Zustand der Nicht-Bewegung in der Fülle. Nicht das Nichts, sondern das alles ohne Bewegung, ohne Veränderung. Veränderung ist nichts, ist der Tod. Das Leben ist der in sein Gegenteil gekehrte Tod, ohne die Abrasion durch die fehlerhafte Bewegung der Veränderung. Jede Veränderung führt zu einem noch schlimmeren Stadium der Dinge. Doch kann man die Veränderung auf keinen Fall stoppen. Die Veränderung zu stoppen, würde heissen, die Welt zu entheben. Die Natur im Winter tendiert zum Leben ohne Bewegung, ohne Veränderung, sie imitiert den Zustand vor der Bewegung. Das einst grüne Gras zwischen den Betonplatten vor meinem Fenster. Es ist nun gelb und unbeweglich. Der Schilf bewegt sich im Wind und erahnt schon die Gewalt des Frühlings. Die Gewalt der Veränderung und der Revolution, der Transformation, dessen, was kurzsichtige Menschen als „Wunder der Natur“ bezeichnen. Das Wunder der Natur ist nicht, dass sie immer wieder neues sogenanntes Leben hervorbringt, im Frühling erblüht, vergeht, erblüht, das Wunder der Natur ist vielmehr, dass Sie diese Transformation, angestossen durch die fehlerhaft Erstbewegung, die Fehlzündung seit jeher, mit dem grösstmöglichen Widerstand erduldet und noch immer von der Passivität vor der Erstbewegung zehren kann. Das Wunder der Natur ist die Gelassenheit, mit der sie diesen Fehler erträgt. Diese Gelassenheit ist auch der Grund, weshalb die Dinge sich nur verändern und nicht in einer allumfassenden Rückkoppelung aller Dinge untereinander untergehen, ins Nicht, ins Gegenteil des Falschen, weil fehlerhaften Lebens. Das Nichts ist genauso trügerisch, wie das vermeintliche Wunder der Natur, das Leben, das Veränderung bedeutet. Das Nichts ist nur das Produkt des Bewusstseins am Ende seines Spiels mit der unendlichen Bewegung. Ein Holzpfad, eine Sackgasse, ein schlechter Witz, ein Blinddarm.

andere

the selvedge yard
ligne claire
mosaikum
passe.par.tout
rezensionen.ch
social fairy dust
une fille du limmatquai
maxim biller
 
rauf
laufend   75 74 73 72 71 70 69 68 67 66 65   beginn