22.01.2003 18 41 mo #969

Folie morale
Sie sprechen viel und gern, blicken auf ihre Umgebung herab, drängen sich an den Arzt heran, suchen mit ihren Kenntnissen, ihrer Bildung und ihren Fähigkeiten zu glänzen, kleiden sich auffallend, arbeiten mit sehr wechselndem Eifer. Auch in ihrer ganzen Lebensführung tritt ihr Schwachsinn deutlich hervor. Sie gelten in ihrer Jugend häufig für begabt, aber flatterhaft, leichtsinnig und lügnerisch, fangen später alles Mögliche an, halten nirgends lange aus, springen unstet von einer Beschäftigung zur andern über, reisen planlos herum, verschwenden, bauen Luftschlösser und gerathen durch ihre Unüberlegtheit, Haltlosigkeit und Vielgeschäftigkeit häufig in schwere Kämpfe mit dem Leben und selbst in die Gefängnisse und Arbeitshäuser. Auch sie liefern einen erheblichen Theil der gewohnheitsmässigen, unverbesserlichen Bummler und Landstreicher.
Die Erkennung dieser im ganzen nicht gerade häufigen Formen ist öfters recht schwierig, da die geistige Regsamkeit und ein gewisser Schatz von Kenntnissen, die Kranken weit weniger schwachsinnig erscheinen lässt, als sie wirklich sind.
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Auf sittlichem Gebiete zeigt sich oft schon von früher Jugend an der Mangel des Mitgefühls in grausamen Thierquälereien, boshaften Neckereien und tückischen Misshandlungen der Spielgefährten, in der Unzugänglichkeit gegen jede gemüthliche Beeinflussung. Daraus entwickelt sich weiterhin unverhülltes Hervortreten der ausgeprägtesten Selbstsucht sowie Fehlen des Ehrgefühls und jeglicher Anhänglichkeit an Eltern und Geschwister. ... Alle erziehlichen Einwirkungen bleiben fruchtlos, weil oben die werthvollsten Hülfsmittel derselben, Liebe und Ehrgeiz, hier keinen Anknüpfungspunkt finden. Nur die einfache Vergewaltigung vermag noch die Aeusserungen einer wilden Selbstsucht zu unterdrucken. Ihr wird aber sehr bald durch Falschheit, schlaue Verschlagenheit, Hinterlist, durch Verstocktheit, unbändigen Trotz, Neigung zu Lug und Trug begegnet. Dabei schreitet die selbstsüchtige Ausbildung der Persönlichkeit immer weiter fort. Das gehobene Selbstgefühl äussert sich in prahlerischer Eitelkeit, Grossthuerei, launenhaftem Eigensinn, rohen Gewalttaten, die Genusssucht in Arbeitsscheu, Ausschweifungen, unsinniger Verschwendung. In der Regel besteht auch geringe Widerstandsfähigkeit gegen Verführungen und plötzliche Antriebe, grosse gemüthliche Reizbarkeit, Rachsucht, Planlosigkeit und Zerfahrenheit der gesammten Lebens- führung, Empfindlichkeit gegen Alkohol. (Emil Kraepelin, Psychiatrie, 1896)
Ab auf die Couch mit dem gehobenen Blödsinn!
21.01.2003 21 32 mo #961

wassermelonen
grüne buddhas
am obststand
wir essen das lächeln
und spucken die zähne aus
(Charles Simic)
Sowas entsteht als Beitrag, wenn mensch von ökologisch einwandfreiem Obst und EsomanNzen liest. Demeter ist ein eingetragenes Warenzeichen, Emanzipation jenseits von Sexus und Sexualorientierung ein ziemlich korruptes Zeitzeichen..
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