14.12.2003 18 21 lp #1536
 wohin mit all den clowns3002lp
14.12.2003 18 14 lp #1535
 wohin ich geh 3002lp
14.12.2003 17 38 lp #1533
 helnwein
14.12.2003 16 56 lp #1532
 helnwein, artwork fuer mm 2003
Moralitaet ist eine schwierige Sache. Verstand man vor einigen Jahren die Ueberhoehungen noch richtig, werden sie mehr und mehr rezipiert, ohne dass die leute die faehigkeit besitzen, die notwendige uebersetzungsarbeit zu leisten. ein hakenkreuz kommt eins zu eins rueber, es ist ev. noch provokation, aber ohne das bewusstsein, was denn da provoziert wird. Die Kritik loescht sich aus, sie ebnet dem Banalen den Weg, bis zu diesem Heute, welches flacher und hohler nicht sein koennte.
14.12.2003 16 00 lp #1531
"Wir verhelen nicht länger, daß wir zur Unterstützung dieses Systems die Geschichte der tugendhaften Justine der Öffentlichkeit zu übergeben uns anschicken. Es ist wichtig, daß die Narren endlich aufhören, das lächerliche Idol der Tugend zu beweihräuchern, die ihr Verhalten bisher nur mit Undank gelohnt hat, und daß die Leute von Geist, die in der Regel aus Grundsatz auf den köstlichen Seitenwegen des Lasters und der Ausschweifung wandeln, sich bestätigt fühlen, wenn sie die schlagenden Beweise von Glück und Wohlergehen bemerken, welche sie beinahe unausbleiblich auf dem ungewöhnlichen Wege begleiten, dan sie gewählt haben. Zweifellos ist es ein unerfreuliches Geschäft, auf der einen Seite das entsetzliche Unglück schildern zu müssen, das der Himmel auf die zarte, empfindsame Frau häuft, welche die Tugend als höchstes Gut achtet, auf der andern Seite die Häufung von Glücksgütern bei denen, welche diese Frau quälen oder kränken; aber der homme-de-lettres, welcher Philosoph genug ist, um die Wahrheit zu sagen, überwindet diese Unannehmlichkeiten. Zur Grausamkeit gezwungen, entfernt er mit der einen Hand unnachsichtig den abergläubischen Tand, mit dem die Dummheit der Tugend schmückt, und zeigt dreist mit der andern Hand dem Menschen, der nicht wußte, daß man ihn täuschte, das Laster inmitten der reizendsten Mächte, die es umgeben und unaufhörlich sein Gefolge bilden. Aus diesen Gründen also... wollen wir ... das Verbrechen darstellen, wie es wirklich ist: siegreich und erhaben, stets zufrieden und glückselig, und ebenso die Tugend, wie sie wirklich auftritt: stets trübsinnig und schlechter Laune, stets schulmeisterlich und vom Unglück verfolgt."
M. De Sade - Justine, Bd.I
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