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23.09.2003 10 52 lb #1226
75.jpg

Diesen Spruch finde ich besonders schlecht. Denn:

Der Spruch mach keinen Sinn, wie man ihn auch dreht und wendet. Der gesunde Menschenverstand sagt mir nämlich, dass man, wenn man sich diese nicht-legitime Frage auch nicht stellt, wie das die Kampagnenmacher apodiktisch kundtun, man wohl eher OHNE anstatt MIT verkehrt. Man wird mir jetzt vorschlagen, ich solle mich nicht dümmer stellen als ich sei. Ich entgegne folgendes: Auch im umgekehrten Fall, dann also, wenn man es als Normalfall betrachtet, MIT zu verkehren, gibt es Momente, wo diese Frage durchaus legitim wird, ansonsten die Überalterung der Bevölkerung schnell zum grösseren gesellschaftlichen Problem wird als AIDS.

22.09.2003 08 54 lb #1224
Am Samstag war

night fever at Zig Zac with
Live-Dj's

Ich frage mich nun, wie denn Nicht-Live-Dj's die tobende Menschenmenge bei Partylaune halten.


19.09.2003 00 06 lb #1216
Ferien ist, wenn man Zeit hat, schlechte Bücher zu lesen. Eine Kollegin hat es mir empfohlen. Sommerhaus, später von Judith Hermann. Auf meine Frage, um was es denn gehe, meinte sie, sie wisse nicht so recht und, ja so Geschichten halt, aber literarisch, sehr literarisch. Super gut, wirklich.
Supiduppi, wirklich und wirklich literarisch. Das möchten der entecker-Leser und ?Schreiber doch auch können. Darum eine kurze Anleitung:

- Man schreibe auf der allerallerersten Seite: Für F. M. und M. M.

- Man drucke dann auf der allerersten Seite ein (englisches!) Zitat von Tom Waits: "The doctor says, I'll be alright but I'm feelin blue."

- Man beginne die erste ach so literarische Geschichte mit: "Mein erster und einziger Besuch bei einem Therapeuten kostete mich das rote Korallenarmband und meinen Geliebten"um dann aber gleich zu hinterfragen, ob die Geschichte nicht doch zu brisant sei um erzählt zu werden: "Ist das die Geschichte, die ich erzählen will? Ich bin nicht sicher. Nicht wirklich sicher:"

- Man wiederhole 7 Seiten später: "Mein erster und einziger Besuch bei einem Therapeuten kostete mich das rote Korallenarmband und meinen Geliebten."


- Man frage sich eine halbe Seite später nochmals, ob die Geschichte nicht doch zu brisant ist, um der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: "Ist das die Geschichte, die ich erzählen will? Ich bin nicht sicher. Nicht wirklich sicher:"

- Man lasse in den Geschichten, die nicht im Winter spielen vorwiegend Personen auftreten, die sich nach dem Winter sehnen.


- In Form von Gedanken der Erzählerin streue man in eine Geschichte (attraktive junge Frau will was von einem fetten alten aber berühmten und verheirateten Regisseur) völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Sätze ein wie: "Ich finde, wir haben gute Winter miteinander gehabt. War es einer, oder waren es mehrere? Ich weiss es nicht mehr, und du würdest sagen, es sei auch nicht wichtig." (Vielleicht spielt ja Burkhard Spinnen hierauf an, wenn er schreibt: "Still zittern die letzten hiesigen Umbrüche in den Geschichten".)


In den besten Familien kann vorkommen, dass sich Kolleginnen in Urteilen über Bücher irren. Dass aber Marcel Reich-Ranicki dermassen daneben haut und sich auch noch vom Stil der Autorin anstecken lässt, gibt mir zu denken: "Wir haben eine neue Autorin bekommen, eine hervorragende Autorin. Ihr Erfolg wird gross sein." Den Gipfel aber setzt Hellmuth Karasek. Nur weil die Autorin noch nicht über 40 ist, nur weil in einer Geschichte mal einer kokst und dann mit pinkigen Abwaschhandschuhen an eine Vernissage geht und nur weil hie und da ein Wort (oder gar ein ganzer Satz) in englischer Sprache geschrieben ist, ist dieses Buch noch lange nicht "der Sound einer neuen Generation."
Es stellen sich zwei Fragen: Ist die Autorin schön? Ist der Vater der Autorin eine in der Literaturbereitstellung wichtige Persönlichkeit?

23.07.2003 22 22 lb #1175
Nicht nur der NZZ-Feuillton-Leser braucht neuerdings anspruchsvollste logische Kombinationsfähigkeiten, hermeneutische Auslegefertigkeiten und fundiertes Vorwissen. Auch der 20minuten-Leser (vom 21.7.03) muss nun diesen höchsten Ansprüchen genügen:


Exorzist: Hunziker in Satans Händen

HAMBURG - Die wilden Spekulationen und die wachsende Angst um Michelle Hunziker nehmen kein Ende. Jetzt melden sich Experten rund um den Sorgerechtskrieg von Tochter Aurora und vor allem um Wunderheilerin Giulia Berghella zu Wort. Vatikan-Exorzist Pater Gabriel Amorth gegenüber der "Bild am Sonntag": "Berghella ist vom Satan besessen!" Auch gegenüber dem Eindruck von Hunzikers Mutter, ihre Tochter sei "eiskalt geworden", äussert er sich mehr als deutlich: "Das ist typisch. Wer mit dem Teufel in Berührung kommt, verliert die Lust am Leben."


Testfragen: Wer alles ist vom Teufel besessen und wer eher vom Satan? Wo hat der Teufel Michelle Hunziker berührt? Kann man es dem Teufel übel nehmen, dass er Michelle Hunziker berührt? Hat sich die Anstellung eines Exorzisten vom Vatikan schon amortisiert? Wessen Tochter ist Aurora?


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