kino:film:gesehen: songs from the second floor
Er schrieb Gedichte und wurde wahnsinnig, schreit Vater auf Besuch seines Sohnes im Irrenhaus, bis ihn zwei Krankenpfleger abführen.
Der Vater, selber nicht weit vom Wahnsinn entfernt, legt seine Möbelhandelsfirma in Schutt und Asche. Hofft, dass die Versicherung zahlt. Jetzt arbeitslos versucht er sich als Kruzifixverkäufer, denn Jesus wird 2000.
Darf man lachen? Es bleibt einem nichts anderes übrig. Muss man den Film ernst nehmen? Es bleibt einem nichts anderes übrig.
Selig ist, wer sich hinsetzt.
Die Menschen sind Himmelschor, die Börsenkurse fallen. Autos blockieren sich selber, Heerscharen sich selbst bestrafende Schwarzgewandtete demonstrieren gegen die Konjunktur. Der heute hundertjährige General (emeritiert) und Oberbefehlshaber (ehemalig) schreit Heil Hitler.
Roy Andersen hat ein Gedicht verfilmt.
Selig ist, wer Schweiss und Blut schwitzt.
Die Wirtschaftsfakultät trifft sich mit Ziel: Prognosen für die zukünftige und Massnahmen gegen die momentane Wirtschaftslage. Nach acht Stunden ist klar: es müssen Opfer erbracht werden.
Sein Film gratwandert nicht zwischen komisch und ernstgemeint, absurd und real. Er ist immer beides. Seine Figuren sind weder tot noch lebendig, weder lebendig noch tot.
Er schrieb Gedichte und wurde wahnsinnig.
Die Wirtschaftsfakultät hat alle Bücher gelesen. Das Mädchen nicht. Die Wirtschaftsfakultät weiss, was man nicht tun soll. Das Mädchen nicht. Die Wirtschaftsfakultät weiss, was man tun soll. Das Mädchen nicht. Die Eltern leiden stolz.
TV:sport:tennis:langeweile(unsägliche):warum?
Fussballer, die nach einer rüden Attacke des Gegenspielers nicht sofort wieder aufstehen, werden ausgepfiffen. Tennisspieler jedoch gönnen sich nach jedem zweiten sogenannten Game eine Pause. Sie nehmen auf dem bereitgestellten Stuhl Platz, der eine nippt an einer Flasche, der andere auch. Bananen essen scheint auch sehr beliebt. Warum eigentlich? Vielleicht weil der andere ebenso.
Time sagt nun der Schiedsrichter, was bedeutet, dass die Spieler jetzt wieder zu spielen haben. Erster Aufschlag.
Nach jedem Ballwechsel fordert der Tenniscrack vom Balljungen ein Schweisstuch, womit er sich Schlägergriff und Hände abwischt. Dann müssen noch die Saiten des Rackets kurz kontrolliert und in Ordnung gebracht werden. Ist das erledigt, verlangt der Spieler vom andern Balljungen drei Bälle, schaut sie sich an, liest sich zwei davon aus, steckt einen der zwei in die Hosentasche und macht sich auf zum Aufschlagsort. Dort schaut er sich den Ball nochmals an, wirft ihn dann zweidrei Mal zu Boden, macht dann ein besonders ernstes Gesicht, wirft den Ball hoch, holt aus, feuert den Ball mit rund 200 km/h auf die andere Seite, macht dann ein paar lockere Schritte Richtung Netz, was aber in neun von zehn Fällen gar nicht nötig wäre, denn der Gegenspieler kommt meist gar nicht erst an den Ball, und wenn, dann spielt er ihn höchst selten regelkonform ins Feld zurück. Nach dem dritten direkten Aufschlagwinner halten's die Zuschauer kaum mehr aus vor Spannung und geben Töne von sich. Please, please tönt's vom Schiedsrichter. Still muss es sein, sonst können die zwei Spieler in weiss ihre Konzentration nicht finden. Langsam wird mir klar, warum beim Fussball so viele Elfmeter verschossen werden.
TV:sport:tennis:langeweile:darum(unteranderem)