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22.04.2002 14 40 dab #516
<rant> Avalon. Ich muss doch sehr bitten. Die Japaner sind zu weit gegangen. Bin ich eigentlich der einzige, der sich noch für eine gute Story interessiert? Ersetzt die blosse Nennung potentiell tiefgreifender Topoi das tatsächliche Durch-Denken? Oder lohnt sich einfach der Aufwand nicht mehr, da das Publikum den Unterschied zwischen inkohärent und kompliziert nicht mehr wahrnehmen kann? Zumal Unverständlichkeit unverständlicherweise mit künstlerischem Wert gleichgesetzt zu werden scheint? Über Hollywood wollen wir ja gar nicht sprechen, the Matrix etwa, das tiefe Themen in technischer Perfektion anschneidet um sich dann in himmeltraurig unprofessionellen Auflösungen zu verlieren (mit so-und-so-vielen Slashdotters muss ich sagen, das war mein Film, und sie haben ihn versaut! Einem völlig schlechten Film trauert niemand nach, aber ein versauter Film mit gutem Anfang kann einen die Wände hochtreiben). Aber der Regisseur von "Ghost in the Shell"! -- oder war es eine Täuschung, dass jener Film tiefsinniger war, weil man an einen Trickfilm mit diesbezüglich bescheideneren Erwartungen herangeht? Auf jeden Fall wurde da von einem Androiden der Korintherbrief zitiert, videmus nunc per speculum in aenigmate, und es war glaubhaft und schön. Während hier erratisch eingestreute Avalon-Referenzen (sogar ein völlig desorientierter Odin ist dabei) der Geschichte aber auch überhaupt nichts zuliebe tun. Denn die Geschichte gibt es nicht, obwohl laut Zueritipp zuviel palavert und zuwenig geschossen werde. Wieder im Gegensatz zum Stil, der in all seiner Statik und artistischen Selbstzufriedenheit das Gewicht einer guten Story schon zu tragen vermöchte, aber für sich alleine gehört er in eine Galerie, nicht ins Kino. Ich warte darauf, dass endlich jemand, mit dem Respekt eines Peter Jackson vor dem Original, die Bücher von Gibson verfilmt. Wenn ihr Mühe mit der Story habt, liebe Regisseure, es gibt sie ja bereits, und ihr könnt euch um euer Handwerk kümmern. </rant>

22.04.2002 13 55 dab #515

Gestatten, ich bin Instruktor. Excel-Instruktor. Ganz recht, Excel. Microsoft Excel. Das Programm, aus dessen bloss zweibuchstabigem Namen uns ein Hauch olympischen Geistes anzuwehen scheint, bis man realisiert, dass der Name ein buzzword ist, das aus den 80ern auf uns gekommen ist. Der Zeit, als die buzzwords noch aussprechbar waren und auf klassische Ideale verweisen konnten. Auch wenn die `Klassik' in diesem Fall nur das goldene Zeitalter der Schwerindustrie ist, das die Multis gebar.

Excel-Instruktor, sagen Sie. Wie tief kann man sinken, fragen Sie. Wer nimmt denn überhaupt Excel Kurse, wollen Sie wissen. Tippsen? techno-peasants, deren Idee, was ein Computer überhaupt ist und kann, auf solche Office-Kurse zurückgeht, unwillig, in ihrem Recht gekränkt, als arbeitende Masse nicht zur Berührung mit abstrakten Konzepten gezwungen zu werden (wo doch so ein Spreadsheet höchstens dem grauen Traum eines Finanzbeamten entspringt, eine schändliche Kastration und Karikatur der wunderbaren Idee der Universalen Maschine). Nein. Studenten (Studierende, vielmehr, neutered, wie die zu Office-Suites verschnittenen Turing-Maschinen). Psychologie, Soziologie, was Sie wollen, junge Menschen jedenfalls, die sich dem Geistigen verschrieben haben, wie man meinen sollte. Solchen scheint es der universitäre Lehrplan vorzuschreiben, sich instruieren zu lassen, in Hochschulveranstaltungen, in Dingen, die animierte Büroklammern von den Dächern pfeifen. In der Handhabung kommerzieller Produkte, deren Dokumentation ein Niveau der Idiotensicherheit erreicht hat, wie es nur in jahrelangem Vollkontakt mit der Front der Unbedarften Tippkräfte zustandekommen konnte. Und ich werde vom System gezwungen, darin zu instruieren. Die Ironie! Mein schöner Geist, durch die Maschine, diese bloss irdische Manifestation der reinen Idee, geläutert und nur noch in den lichten Räumen reiner Abstraktion zuhause, muss diesen armen Seelen vormachen, in welcher Reihenfolge sie Bills Buttons zu klicken haben.

Und meine Schützlinge? Fühlen sie ihre Demütigung gar nicht? Erleichtert glaube ich zu erkennen: Mehr als ein lästiges Übel ist für die meisten die Sache nicht. Ein guter Teil zeigt seine Geringschätzung durch sofortiges Lossurfen, sie verschwinden in Chatrooms und Weblogs sobald der Kurs beginnt und halten kaum noch alibimässig ein Excel-Fenster offen. Der andere Teil, verfolgt meine Aktivitäten missmutig aber besorgt-geflissentlich, ähnlich wie die Tippsen in ihrem Recht verletzt, die Maschinen den Maschinisten überlassen zu dürfen. Das sind die verlorenen Seelen, Buschors Eigentum. Die werden durch diese Microsoft-Zwangsverabreichung sogar um die Lernerfahrung gebracht, dass sie als freie Menschen im Bedarfsfall selber Antworten aus der Dokumentation zutage fördern können. Oder von den Lippen einer redenden Büroklammer, wieso auch nicht, das mag ein altersbedingtes Vorurteil sein.


16.04.2002 21 20 dab #504

Eva for Stapi!

14.04.2002 14 22 dab #500

Wie traurig der rosigste Busen, hebt die Frau zu weinen an, sagt Danu Boehmle, oder wie der Mann heisst (Google kennt ihn nicht), im Buch über die bedrohte Kaffeerösterei. Wenn auch mit erheblich exzentrischerer Interpunktion. Dazu sage ich, a fortiori, wie traurig der schwellendste Frühling, hebt mein Herz zu weinen an.

um aber auf Google zurückzukommen, langsam haben die allzuviele Gääggeli-Features, um noch die puristische, asketische Eleganz der Gründerjahre zu erreichen. Ich zitiere.


Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage - der rosigste Busen hebt - übereinstimmenden Dokumente gefunden.
Auch mit der Rechtschreibkorrektur - der riesigste Busen hebt - wurden keine passenden Dokumente gefunden.


04.04.2002 19 13 dab #473
zeit.gif
ars fugit .

[was die letzten paar Leute sahen, die bei mir auf die Uhr guckten ( grâtîs nzz).]

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