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09.07.2009 08 54 bis #2778
Go, go, go shawty
It's your birthday
We gon' party like it's yo birthday!

07.07.2009 23 23 bis #2774
1 Euro - 20 Jahre – 4 Millonen Dollar

Vor 20 Jahren veröffentlichte der als Marvin Young in London geborene US-Rapper Young MC sein Debut „Stone Cold Rhymin`“. Das Album verkaufte sich dank Radiotauglichkeit wie warme Semmeln und die Singleauskopplung „Bust a Move“ wurde ein Top10-Hit. Der Song bescherte dem Rapper einen Grammy in der damals neuen Kategorie „Best Rap Performance“ - den Award, den ein Jahr zuvor erstmals Jazzy Jeff & the Fresh Prince (letzterer heute besser bekannt als Will Smith) abgeräumt hatten.

Im Musikgeschäft war der studierte Ökonom Young jedoch bereits in Erscheinung getreten, bevor er unter eigenem Namen Charterfolge verbuchte. So zeichnete er unter anderem als Co-Autor für die Gassenhauer „Wild Thing“ und „Funky Cold Medina“ seines Rap-Kollegen Tone Loc. Die beiden Hits und das dazugehörende Album „Loc’ed after Dark“ katapultierten das bis dato musikalisch kaum in Erscheinung getretene frühere Mitglied der berüchtigten „Crips“ an die Spitze der Charts.

Wie im HipHop lange Zeit üblich, entlehnen die kommerziell äusserst erfolgreichen Alben von Young MC und Tone Loc ihre musikalischen Bausteine über weite Strecken bekannten Popsongs; gesampelt wurde beispielsweise Isaac Hayes „Theme from Shaft“ oder „Honky Tonk Women“ der Rolling Stones. Zur Zeit der Entstehung der Chartbuster war es jedoch noch kaum an der Tagesordnung, die gesampelten Quellen auf den Tonträgern anzugeben und die Autoren der originalen Songs für die Nutzung zu entschädigen. Als aber „Wild Thing“ bei den Hörern wie eine Bombe einschlug musste Tone Loc die ursprünglich ausgehandelten 5'000 Dollar für ein verwendetes Van Halen-Sample in einem aussergerichtlichen Abkommen auf 180'000 Dollar erhöhen.

Zum Vergleich: Der Rapper Erick Sermon legte zehn Jahre später seinem Hit „Music“ den Song „Turn on some music“ von Marvin Gaye zu Grunde. Dies tat er – zumindest will es so die Legende – zunächst ohne die Einwilligung von Gaye’s Erben. Erst als Radiostationen Interesse an „Music“ zeigten, soll sich Sermon um die Bereinigung der Rechte bemüht haben. Die schliesslich für das Sample bezahlten 200'000 Dollar allerdings, „waren es wert“, so das Mitglied des Rapduos EPMD später gegenüber Journalisten.

Das erwachende Bewusstsein der Musikindustrie für Verletzungen und zugleich für den Wert von Urheberrechten bekam kurz nach "Wild Thing"-Tone Loc auch ein nicht eben geschmacksicherer weisser Breakdancer mit Namen Vanilla Ice mit voller Härte zu spüren. Vanilla - ein One-Hit-Wonder wie seine Vorgänger Tone-Loc und Young MC - erklomm mit „Ice Ice Baby“ 1991 weltweit die Spitzen der Hitparaden, landete als erster seiner Zunft auf Platz 1 der Billboard-Hot100-Singlecharts und öffnete HipHop damit das Tor zum weissen Pop-Publikum.

Für den kurzzeitigen Lover von Madonna – zu der Zeit gerade mit „Justify my Love“ selbst weit oben in den Charts – hatte der Erfolg aber mindestens eine Kehrseite. Auf „Ice Ice Baby“ hatte Vanilla Ice sich selbst und seinen Produzenten DJ Earthquake als Autoren angegeben - anstelle von Queen und David Bowie, auf deren Song „Under Pressure“ der Song basiert. Mit der Behauptung, die Bassmelodie seines Hits unterscheide sich in der Tonfolge von derjenigen von „Under Pressure“ versuchte der 23-jährige sich zunächst der Zahlung von Tantiemen zu entziehen. In einem aussergerichtlichen Vergleich willigte Vanilla schliesslich in die Zahlung einer Entschädigung in ungenannter Höhe ein, die er Jahre später auf 4 Mio Dollar bezifferte.

Gekauft für 1 Euro am Sonntags-Flohmarkt auf der NDSM-Werft: „Stone Cold Rhymin’“ von Young MC (CD)

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