08.06.2004 11 33 ah #1759
Es geschehen noch Zeichen und Wunder, ja, die Zeichen treiben wunderliche Blüten: Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich...
28.04.2004 17 20 ah #1727
Ich will mich bei entecker bedanken. Heute war mir bei der Arbeit so langweilig, dass ich wieder einmal mich selbst googelte, obwohl ich das aufgrund mangelnder Ergebnisse seit mindestens einem Jahr aufgegeben habe. (Ob es sich für Firmen lohnt, Studenten vor das Telefon zu setzen, das den ganzen Tag nicht läutet, ohne dass es sonst etwas zu tun gäbe für diese Studenten, diese Entscheidung überlasse ich den Firmen; doch man sollte einmal daran denken, wie viel ungesunden Kaffee diese armen Studenten den ganzen Tag trinken, um nicht einzuschlafen; es wäre eine Untersuchung wert, wie sich dies auf das Lernverhalten und das Immunsystem der Studenten auswirkt, wo doch Bildung der einzige Rohstoff der Schweiz und somit das Kapital der Zukunft ist.) Als ich mich nun selbst googelte, erschien mein Name (also der Name, der MICH meint, nicht einfach nur mein Name)! Und der Name, der mich meint, erschien sogar an erster Stelle dank entecker. Ja, mein Name erschien dank entecker nun sogar vor der Astrologin aus den USA, die MEINEN Namen trägt (was ich als Affront empfinde), die unter anderem ein Buch des Titels: ?Leben im Einklang mit Sonne und Mond? geschrieben hat. (Ohne ein solches Verhalten psychologisieren zu wollen, könnte man es doch dahingehend interpretieren, dass Studenten, die bei der Arbeit nichts zu tun haben, sich sozusagen selbst abhanden kommen. Um dieser Erfahrung entgegenzuwirken, greifen sie zu Massnahmen, die ihnen helfen sollen, sich selbst d.i. die eigene Identität wieder wahrzunehmen; weblogs sei gedankt ? sie machen es möglich, den Studenten eine Persönlichkeit ? wenn auch nur eine virtuelle ? zu verschaffen.)
23.04.2004 16 39 ah #1724
Ich, das Blau
Als Farbe Blau bin ich die Farbe des Himmels. Als Farbe des Wassers bin ich die Farbe der Tiefe. An Tagen wie heute erscheine ich überall, auf Kleidern, in den Augen der Menschen. Die Künstler lieben mich und geben mir Raum in ihren Bildern. Viele Menschen nennen mich ihre Lieblingsfarbe. Ich komme vor in Geschichten und schmücke die Blumen, ja, denn die blaue Blume weckt Sehnsucht. Ich erscheine auf weissen Flächen, wenn der Schatten darauf fällt, dort, im Schatten, tauche ich unvermutet auf. Als Königsblau ziere ich Könige. Ich zeige mich im Azurit und im Lapislazuli, den die alten Ägypter verehrten. Ich bin das Indigo und ich bin das Ultramarin. Man nennt mich Preussisch Blau, Pariser Blau, Ägyptisch Blau. Selbst nach tausendjähriger Sonneneinstrahlung bleibe ich kräftig und leuchtend, ich, das Blau.
Dies alles machte mich glücklich, wäre da nicht das Rot.
23.04.2004 15 39 ah #1722
Ich stand an der Staffel und überlegte: Wenn ich nun dieses helle Blau setzen würde, so als kleiner Fleck nur, dann wäre es, wie wenn sich der Frühling ins Bild geschmuggelt hätte, für die Uneingeweihten unsichtbar, nur für mich nachvollziehbar. Nicht logisch nachvollziehbar, es wäre nur zu spüren, nicht logisch nachzuvollziehen. Denn es wäre ja nicht wirklich der Frühling, sondern bloss ein Blau. Eine blinde Metapher. Blindes Blau. Metaphern jedoch sind viel zählebiger als Tatsachen. Das Blau könnte als Frühling im Bild überwintern, wenn es nicht vorzeitig entdeckt wird.
Ich gab mich jedenfalls durch keine Signatur auf dem Bild zu erkennen, auch nicht auf versteckte Weise, um nicht für dieses Blau haftbar gemacht zu werden.
13.03.2004 19 10 ah #1692
Also htmlen kann ich immer noch nicht, das gebe ich ganz offen zu. Dieses Geständnis soll für mich keinen Vorteil herausschlagen, das möchte ich beteuern. Es ist nicht meine Ausrede dafür, dass ich häufig sehr lange nichts poste; damit dieser Verdacht erst gar nicht aufkommt, schreibe ich mein Geständnis auch sogleich nach meinem soeben geposteten Post. Ich möchte jedoch betonen, dass zum SCHREIBEN von Posts doch gewisse Hirnströme aktiviert werden müssen ? wenn auch nur begrenzt, wie dies an meinen Texten deutlich werden kann beispielsweise. Mit Bildli oder Links posten kenne ich mich, wie gesagt, nicht aus. Doch darf man nicht verkennen, dass sich das Posten von Bildli und Links gewisser Beliebtheit erfreut. Die Schlussfolgerung mag jeder selbst daraus ziehen.
13.03.2004 12 25 ah #1691
Vielmehr ist es so, dass man sich schwer fühlt, so lehmig, massig, wenn man am Stuhl festklebt den ganzen Tag und das Abwaschen nur schon der Kaffeetasse stellt eine Überforderung dar. Es ist nicht etwa so, dass dieser Zustand ein entspannter wäre, nein, es ist ein angespannter Zustand, es können leichte Kopf- oder Bauchschmerzen auftreten, vor allem aber Nackenschmerzen, weil man den Nacken ja nie bewegt, er ist wie aufgeschient oder eingeschlossen in einer Halskrause. Der Nacken rechnet auch nicht mehr damit, bewegt zu werden. Neigt man dennoch den Kopf zur Seite, knackt der Nacken unwillig, beim Dehnen des Rückens knistern die Wirbel, das Geräusch hört man im Ohr. Und plötzlich merkt man, dass man kein Gefühl mehr hat in einem Bein, weil das andere Bein darübergeschlagen ist. Manchmal fällt diese Schläfrigkeit im Bein schon vorher auf, aber mehr zufällig, weil einfällt, dass das Beine-Übereinanderschlagen Krampfadern macht. Obwohl ich für meinen Teil gar nicht daran glaube, ich glaube, dass Krampfadern vererbt sind. Und man glaubt ja sowieso nicht, dass man etwas so Unfeines wie Krampfadern selber bekommt (ich meine - nur schon dieses Wort). Nichtsdestotrotz wechselt man dann die Beine aus, also man nimmt das eine Bein vom anderen herunter und schlägt dann das letztere über das erstere. Aber das letztere will nicht, weil es eingeschlafen ist. Das letztere will auch nicht, wenn man aufsteht: Gibt man Gewicht auf dieses Bein, knickt es ein, konzentriert man sich auf das andere Bein, schleift das schläfrige Bein über den Parkett. Zum Glück habe ich Parkett, denkt man dann, und nicht Spannteppich. Das denkt man nicht, weil das Bein über den Parkettboden schleift, sondern so ganz allgemein, weil jeder weiss, dass Parkett schöner ist als Spannteppich. Hat man einen Parkettboden, weiss man, woran man ist, im Spannteppich kleben bekanntlich jahrealte Essensreste. Obwohl es sich dabei um einen Mythos handelt, meiner Meinung nach, denn als stolzer Besitzer von einem alten Fischgrat-Parkett weiss man, dass der auch seine Unvorhersehbarkeiten hat. Schliesslich gibt es da Spälte, und wer weiss, was sich darin so verbirgt? Und was sich darin verbirgt, kann noch viel älter sein, denn den Teppich wechselt man schliesslich im Gegensatz zum Parkett alle paar Jahre mal aus. Vielleicht verbergen sich in diesen Spälten kleine Tiere (Silberfischchen, Kellerasseln, Ohrengrübler). Und in der Nacht kriechen sie heraus. Aber Parkettbesitzer sollten sich nicht beunruhigen, weil Ohrengrübler es sich gar nicht bevorzugterweise in den Ohren gemütlich machen. Ich glaube, auch das ist ein Mythos. Die Ohrengrübler heissen auch nur auf Schweizerdeutsch so, nur fällt mir jetzt der richtige Begriff auf Hochdeutsch nicht ein. Doch ich bin überzeugt, dass dieses Wort die Parkettbesitzer, die sich nun leicht beunruhigt fühlen, vollumfänglich zu beruhigen vermag. Um euch nicht länger zu langweilen, möchte ich nur noch folgendes anfügen: Das Schöne am Parkett ist, dass er so knackt. Das lässt sofort Solidarität aufkommen, da der eigene Nacken ja auch knackt; es hat so etwas lebendiges. Apropos lebendig: Der Ohrengrübler heisst auf Deutsch Ohrwurm, glaube ich, das ist mir jetzt wieder eingefallen.
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