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28.12.2002 00 01 km #823
Bevor ich in Bordeaux ankam, war ich schon eine lange Zeit unterwegs. Zu Beginn meiner Reise wusste ich noch nicht, dass ich es einmal bis nach Bordeaux bringen würde. Ich wusste auch nicht, wohin ich ginge, wenn ich Bordeaux verliesse. Vermutlich rief der Name dieser Stadt bacchantische Gelüste in mir hervor. So trank ich denn auch. Mein vorrangiges Ziel aber war ein Buch fertigzulesen, das ich in einer anderen Stadt bei einer schönen Buchhändlerin erstanden habe. Dass die Buchhändlerin hübsch war, hat mit dem Buch insofern zu tun, als dass ich in den Längen, die das Buch zuweilen aufwies, mir ihr Wesen vorstellte, und sofort leidenschaftlich weiterlesen konnte. Ausser den paar Begegnungen mit irischen Jungs, mit denen ich mich nur widerwillig über Fussball unterhielt, meiner etwas verwahrlosten Vermieterin die auch eine Bar führte, hatte ich keine menschlichen Kontakte. Ich ging ihnen aus dem Weg. Ich lag bei offenem Fenster auf einem breiten, mit rauen Leintüchern bezogenen Bett und las. Draussen schien die Sonne und in den Strassen des Quartiers war nur ab und zu ein Auto oder Mensch zu hören. Der Himmel war blau und die Luft heiss. Ich schwitzte. Das Buch war spannend.
27.12.2002 12 51 bse #818
Eine Welle rauscht von links nach rechts und wieder zurück. Unterschwellig rattert etwas. Rhodesakkorde vermitteln warme Atmosphäre. Mein Kopf fühlt sich schwer an. Nicht wegen der Musik. Alkohol.
You gonna spin me around
Gitarrenchords mit vielen Delays im Off gespielt erinnern an die Sonne. Draussen regnet es seit Tagen. Irgendwie regnet es auch in diesem Stück. Das Schlagzeug tönt rauschig, wie Regen eben. Der Rhythmus tröpfelt allerdings eher. Kein heftiger Niederschlag. Warmer Nieselregen, der die Haut auch unter dem Schirm anfeuchtet. Eigentlich angenehm.
You gonna spin me around
Filter gehen auf und zu, drücken Klänge durch enge Frequenzgänge durch. Das fühlt sich an wie schweben. Ich würde mich auch filtern lassen, wenn ich ein Klang wäre. Die schwere Bässe raus und fundamentlos über alles drüber segeln, bis der Höhenwind so stark werden würde, dass ich die Schallgrenze durchbrechen würde und das Stück in einem brachialen Schallmauerdurchbruchgetöse enden würde. Der akustische Ikarus sozusagen.
You gonna spin me around
Die Männerstimme ist korrigiert. Gestimmt. Man hört den Ansatz des Tuners. Er pumpt die Formanten mal runter und mal rauf, dorthin wo sie hingehörten. Ein Vibrato schwingt auch mit, gibt dem Ganzen noch mehr Wärme. Ich zieh jetzt mal meinen Wollpullover aus, sonst schwitze ich.
Katerfolgen.
(22.12.02 Adventsstimmung)
26.12.2002 18 00 km #817
Ich war in Bordeaux angekommen. Der TGV von Paris war in drei Stunden dort. Der Blick aus dem Fenster auf die vorbeifliegende Landschaft und die Fliehkraefte im Sitz waren denen auf der Startpiste beim Abflug eines Flugzeuges nicht unähnlich - nur dass dieses Gefährt nie abhebt. Das war das neue Gefuehl; zwei Stunden lang wird man den Eindruck nicht los, man sei auf einer Flugpiste unterwegs - ohne in die Luft zu entschweben.
26.12.2002 06 32 mo #816
"Dies habe ich mir immer gewünscht: viele Leben zu leben. Ich wollte Mann und Frau sein, ich dachte, dass es nur von mir abhinge, welche der vielen Leben, die mir begehrenswert erschienen, ich leben würde. Aber nie dachte ich, dass es doch nur eins sein würde."
(Ninon Ausländer-Hesse)
4 all sleepless guys: mo(u)rning is on your side...
26.12.2002 06 11 pet #815
auf dazz alle handies in vollen glaesern versaufen mögen. jaowoll.
26.12.2002 06 09 van #814
Grundsätzlich also: Nein.
26.12.2002 06 04 van #813
'cks!
26.12.2002 06 03 van #812
DASZ gibtzs JAAA nich! Ihr seids besoven? WENN schon sowAS, DANN über SMS!
26.12.2002 05 50 pet #811
Ick mick da nur anschschliessen kann: Nneeeein!!! doppelt genäht und zugeknöpft!!
26.12.2002 03 28 nik #810
Bin besoven und sage: Nein, nein, nein!
25.12.2002 21 43 jf #809
 Ich pinge mich mit Highspeed auf den Markt.
Und umgekehrt ... ? Ich hoffe doch.
25.12.2002 19 40 nik #808
An dieser Stelle gab es einmal ein Bild von einem einigermassen bekannten Schriftsteller und seiner Geliebten zu sehen. Darunter war das Rezept zu einem alkoholischen Mixgetränkt zu lesen. Beides wurde vom Programm auf (für mich) unerklärliche Weise gelöscht. Das Verdikt ist verschollen. Manche mögen froh sein darüber, weil der Beitrag - mit etwas Fantasie - als misogynes und suchtmittelverherrlichendes Machwerk "interpretiert" werden konnte. Gemeint war jedoch nur eine absichtlich schlüpfrige Wendung; hin zur Literatur, zu einem Drink und zum Sexus.
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