entecker
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15.01.2002 00 10 pet #110
Das trunkene Lied

Oh Leser gib acht
was spricht die tiefe Datenmacht?
"ich schlief ich schlief,
aus tiefem Elektronenmeer bin ich erwacht:
die Metapher ist tief,
tiefer als das Wort gedacht.
tief ist ihr Weh -
Lust - tiefer noch als Stromausfall:
Weh spricht: Vergeh!
doch alle Lust will Ewigkeit -
tiefe, tiefe Computerlosikgeit!"

(frei nach Fritz N.)

Abschaltä jetzt, aber hantli!

14.01.2002 15 34 nik #109
passeng1.jpg

14.01.2002 05 59 van #107
Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine zum andern: "Du siehst heute aber gar nicht gut aus". Meint der andere: "Ja ich weiss, ich habe Ho- - ach hau doch ab, du hast dafür kein Internet".

13.01.2002 23 20 van #105
an sich 1:
steht mit beiden beinen auf der matte

13.01.2002 19 27 lb #103
Zum Glück gute Laune
 

Ich stell mir den Arbeitstag eines DRS3 Moderatoren in etwa so vor: Drei Stunden vor Sendebeginn müssen sich die Ansager im hauseigenen Fitnessstudio einfinden. Dort wird gefittet. Dann gibt's ein extra gesundes, leichtes Frühstück. Dann ab zum hauseigenen Motivationstherapeuten: Zuerst eine kurze Meditation, dann eine halbe Stunde in den Spiegel kucken und sich anlächeln. Im Studio selber besteht ein Rosabrillentragobligatorium. Die Wände sind mit Palmen- und Sonnenuntergangsposter geschmückt, stets griffbereit eine Dose gefüllt mit Prozac.

Und dann wird gute Laune verbreitet. Da ein Witzchen, dort ein kleiner Scherz, und als Höhepunkt werden die absurdesten Gesetze der USA verlesen. Und nebenbei gibt's Musik: Zwischen From Sarah With Love und From Sarah With Love (Titel wird alle paar Wochen geändert) durchschnittlich zirka 12 noch seichtere Popsongs. Wäre ja alles noch knapp erträglich, wären da nicht diese Jingles: an Blödheit kaum zu überbieten, fallen sie das Publikum an, verbeissen sich im Ohr und richten im Hirn unwiederrufliche Schäden an. 1984....bessssser mit DRS3. DRS3, Radio zuhum Glück. Zuhum heulen ist das.

Man glaubt's kaum, aber DRS3 war mal gut. Dann konnte man was von Hörerschwund lesen und dass nun der Sender besser auf das Zielpublikum zugeschnitten werden müsse. Franziska Oliver, FM und weitere gingen, das Niveau sank bis auf den jetzigen Tiefpunkt. Einzig geblieben ist Düsi (aus London!!), der immer noch irgendwas über irgendwelche noch nie gehörte Bands (aus London!!) erzählt.

D. R. aus S. (Name geändert) ist eine der wenigen Moderatoren, die es geschafft haben, aus DRS3 auszusteigen. In einer Alphütte oberhalb von Vals (Ort geändert), wo sich D. R. derzeit erholt, hatte ich die Möglichkeit, mit ihm zu sprechen.

entecker: Wie geht es ihnen im Moment?
Gut, eigentlich... (zögert) ... nun, es fällt mir schon noch ein wenig schwer, darüber zu sprechen.

entecker: Was war denn nach Ihrem Ausstieg das Schlimmste?
Nun ja, ich kam einfach nicht mehr von meiner guten Laune runter. Ich lachte nur noch, alles machte mir unglaublich viel Spass, die schlechten Seiten der Welt, und meine eigene dunkle Seite natürlich, nahm ich einfach nicht mehr wahr. Da hilft mir nun mein Therapeut.

entecker: Was hat Sie eigentlich dazu bewogen, aus DRS3 auszusteigen? Wie haben Sie überhaupt gemerkt, dass ihnen das Hirn gewaschen wurde?
Das habe ich meiner Familie und meiner lieben Frau zu verdanken. Sowieso, ohne diesen Rückhalt wäre ich DRS3 hoffnungslos ausgeliefert gewesen. Vor allem meiner Frau bin ich unendlich dankbar, dass sie in dieser schweren Zeit meine gute Laune so tapfer ausgehalten hat. Auch heute habe ich noch des öfteren Rückfälle (lacht) Sehen Sie, jetzt zum Beispiel. (lacht wieder, laut) . Entschuldigen Sie mich, das ist zuviel. Wir müssen jetzt Schluss machen.


13.01.2002 19 04 nik #104
Mein Reiseziel war Lissabon. Ich weiss nicht mehr aus welchem Grund. Ich reiste nicht auf direktem Weg von Sevilla nach Lissabon, sondern nahm den Zug bis zu einem Ort an der spanisch-portugiesischen Grenze. Ich kam gegen Mittag dort an. Mit zwei seltsamen Männern, welche ich zuvor im Zug kennen gelernt hatte, ging ich essen. Der eine der beiden war Deutscher, der andere Spanier. Könnte auch sein, dass er Portugiese war. Beide waren vom Alkohol gezeichnet. Der Spanier (oder Portugiese) hatte einen dicken Bauch und dürre Beine, der Deutsche war ganz und gar dürr. Er erzählte, dass er, als er so alt war wie ich, eines Tages mit dem Mofa von einer deutschen Kleinstadt losgefahren sei. Zwei Monate habe er gebraucht, bis nach Spanien. Zurückgekehrt sei er nie. Seine Geschichte erzählte er mit einem unterwürfigen und beschämten Gesichtsausdruck. Zwischen den Sätzen lachte er. Es hörte sich jedoch eher wie ein Schnauben an.
Der Spanier rauchte umständlich eine Pfeife und bemerkte, dass er mit Hilfe des Pfeifenrauchens von der Alkoholsucht losgekommen sei. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich ihm dies glaubte. Wir tranken Lemonsoda und
verabredeten uns für den Abend. Sie sagten mir, sie müssten noch Bankgeschäfte erledigen, aber gegen acht oder neun würden sie ins Casino am Strand gehen und ich solle doch mitkommen. Ich ging nicht.

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