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06.03.2009 08 38 nik #2746
Gestern noch am Abgrund, heute schon einen grossen Schritt voran.

05.03.2009 13 06 run #2745
Verstehen.

Verstehen heisst, wissen worin man sich befindet. Doch gerade dieses "worin man sich befindet", ist das wovor man mithin am meisten flüchtet. Was heisst flüchten? Flucht ist Verdrängung. Verdrängt, geflüchtet wird das, was nicht gewollt ist. Nicht gewollt. Das zeigt zuerst an, dass es ist. Wie? Als das was man nicht will. Vielleicht auch, nicht wahrhaben will.

Verstehen heisst ebenso, wissen woraus man versteht. Aus dem sich Befinden-in. Die Befindlichkeit zeigt etwas an, teilt etwas mit. Sie ist nicht bloss Befindlichkeit als etwas das man attestiert und damit hat sich dann alles geklärt. Die Befindlichkeit ist ein Gestimmt-sein. Gestimmt wovon? Aus dem bislang Unverstandenen? Aus dem Wovor der Flucht? Aus der Flucht selbst?

Das Unverstandene erscheint abgründig. Ich sagte: Der Abgrund ist das zum menschlichen Gehörende und zwar so das es ihn flüchten lässt. Der Abgrund ist das Vorgestellte dem nicht wir nachstellen, sondern das, was uns in seiner Abgründigkeit irgendwie nachzustellen scheint.

Wie stimmt uns die Flucht? Verstimmt sie uns? Müssten wir hier nicht sagen, dass es das Wovor ist das uns verstimmt? Denn, dass wir flüchten setzt doch einen Grund voraus. Eben den Abgrund.
Welchen Abgrund?

Was ist der Abgrund?

Der Abgrund ist das was uns in Schrecken versetzt. Es versetzt uns in die Stimmung des Schreckens. Das in seiner Abgründigkeit Schreckliche von dem wir uns abwenden, weil wir es nicht wollen können. Das Schreckliche. Derweil, dass es ist, daran können wir nichts ändern. Das Schreckliche lässt uns niemals vorwärts schrecken, es lässt uns vor seiner Abgründigkeit zurück schrecken.

Das Abgründige als das Niedere.

Das Schreckliche schlägt uns nieder. Die Stimmung der Niedergeschlagenheit gibt Auskunft über ein Schrecknis. Über etwas das wir nicht wollen können. Über etwas das uns gleichsam unsere Ohnmacht vor Augen hält. Über den Abgrund scheinen wir keine Macht zu haben. Der Abgrund erscheint als etwas übermächtiges, dass uns jeglichen Zutritt verbietet. Warum verbietet? Weil wir das Schreckliche nicht wollen können.

Wovor nun will der Abgrund uns Schrecken? Vor seiner Abgründigkeit? Was verbirgt der Abgrund, wenn es nicht die Abgründigkeit ist? Ist es nicht möglich, das dass Abgründige seine eigentliche Ohnmacht verbirgt, in dem es uns in das Schreckliche der Ohnmacht zu stürzen droht? Man mag fragen wozu?

Der Abgrund als das Mächtige

Die Macht des Abgründigen ist der Schrecken. Der Abgrund herrscht, wenn er unverstanden bleibt. Unverstanden heisst, nur so verstanden, wie er uns schreckt. Als das Schrecknis. Aber gibt es denn eine weitere Auslegung des Abgründigen als nur die seines Schreckens, der nur die Abgründigkeit des Abgrundes preisgibt, uns flüchten lässt und sonst nichts?

Der Abgrund als das Versagen

Der Abgrund versagt uns ein weiterkommen. Er lässt uns an ihm scheitern. Der menschliche Abgrund hat eine heimatlose Tiefe. Er ist Unstätte. Nur die Gescheiterten steigen in den Abgrund - und sofern sie sich wiederfinden, steigen wieder aus ihm empor als die Seltsamen. Weiteres gibt es dazu nicht zu sagen.

Was ist es, dieses Fremdeste, weil menschlich Abgründige? Es ist das worin wir eingelassen sind, sofern wir die Stimmung des Niederschlags vernehmen. Der Gescheiterte steht nun da, wovon er stets zu flüchten trachtete. Er ist schon im Abgrund. Da wo alles weitere Tun zur Farce verkommt. Stillstand.

Doch was steht still? Der Gescheiterte steht still. Das Karusell dreht sich weiter. Er möchte den wild sich drehenden Menschen etwas zurufen, er bleibt ungehört. Aus dem Abgrund spricht einer anders. So, dass man ihn nicht mehr versteht. Er lernt zu schweigen. Vom wesentlichen spricht man nicht und was die Menge als wesentlich meint, ist nur das, was man ihnen beigebracht hat. Der gescheiterte Mensch ist ein ent-täuschter Mensch und als solcher ungleich schwieriger zu täuschen.

Der zu sich gekommene Mensch ist daher langweilig und gilt mithin als schwierig. Seine Gestimmtheit bezieht er aus scheinbar vollkommen nebensächlichen Dingen. Gerade Kleinigkeiten scheinen ihn ausserordentlich zu amüsieren. Dingen über die sonst kaum einer lacht. Er ist auch dem Abgrund wieder entstiegen anders. Man weiss nie so recht wie man ihn ansprechen soll.

Was ist nun mit dem Abgrund? Der Abgrund ist das vom Menschen Vergessene. Lassen Sie es mich so sagen: Der Abgrund liegt auf dem Weg zur Lichtung. Der Weg dahin ist sehr einsam. Auch in der Lichtung ist es einsam. Also, warum dorthin? Es gibt dazu weder Anlass und schon gar keinen Grund ausser dem Abgrund. Und das können Sie nicht wollen. Sie könnten zeitweilig verrückt werden und wenn Sie damit nicht umgehen können, möglicherweise wahnsinnig.

Bleiben Sie dem Abgrund fern und hören Sie ab und zu den Seltenen zu.


"Anything you want to be free from for whatever reason is the very thing that can free you."
(Indischer Philosoph)


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