entecker
iPhone-optimiert seit 2001
 
 
laufend   339 338 337 336 335 334 333 332 331 330 329   beginn
 

entecker

start
mitmachen
kontakt
lesend || schreibend
 

autoren

ah
bis
dab
eto
juc
lb
lp
mo
nik
pet
plu
ps
van
 

archiv

Juli
April
März
Februar
 
2009:
Dezember
November
August
Juli
Juni
April
März
Februar
 
2008:
November
Oktober
September
Juli
Juni
März
Januar
 
2007:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2006:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2005:
Dezember
November
September
August
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2004:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2003:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2002:
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
 
2001:
Dezember
November
Oktober
 
 
 
02.12.2007 13 38 nik #2654
Was mich an der Sache gestört hat.

Jemand stellt eine philosphisch-offene Frage. Ein anderer stellt eine Gegenfrage. Darauf der erste mit einem ellenlangen Philosophenzitat, das sowieso niemand liest (ich habe es jedenfalls nicht gelesen). Die alles geschieht in der totalen Bezugs- und Kontextlosigkeit. Ich empfinde solche Kommunikation als kommunikationslos und sie hätte wohl auch an diesem Punkt geendet, mit dem Dolchstoss Schoppenhauer; was soll man darauf auch noch antworten? Weil ich jemandem unfein auf den Schlips getreten bin, sind wir jetzt aber an diesem Punkt. Es geht mir ganz und gar nicht um gebildet oder nicht gebildet. Es geht mir nur um jene Art der esoterischen Philosophie oder philosophischen Esoterik, die ich als enorm langweilig empfinde. Das ganze hier sollte einmal etwas anderes werden als das, was es jetzt ist. Aus meiner Sicht wäre dies der Schritt, den es zu unternehmen gilt; die gepflegte Belanglosigkeit überwinden.

02.12.2007 02 24 JJ #2653
Vorweg: Das Gegenteil von Denken ist Fühlen.

In seiner Bestimmtheit hat Schoppenhauers Denken auch 'was Hilfloses. Der mir frisch zugegangene Satz von Aichinger gibt für mich eine echte Alternative her, welche der anfänglich gestellten Frage ein zweites Herangehen ermöglicht. Dem ersten Versuch ein "Ha, gehaut!" zu unterstellen, anstelle eines "witziger Versuch" ist zwar ein Reaktionsmöglichkeit, aber eben nur eine. (Nun in sich selbst gefangen) folgend dann die Begrenztheit, dem zweiten Versuch eine Antwort zu finden, eine Areflexion zu unterstellen.
Wenn mir das Philosophieren (Denken zum Tode) das Fühlen (zur Hoffnung) verbaut, welche Grösse lässt mich das in seinem urteilenden Ausschliessen erfahren?

Wirklich reflexiv war hier van, der die Frage nach der Richtung überhaupt stellte und auch gleich noch für sich feststellt, sich bisher nicht ausreichend oder nur vermeidend damit beschäftigt zu haben. Danach über Versuche von Angeboten zu urteilen, ist in unserem Kränzchen die schwächste Position. Oder sonst Du, Richter, sag uns Du einmal: In welche Richtung soll der Schritt überhaupt gehen?

Ein prima Beispiel, worin der eine gebildet sein mag, aber es eben der andere ist, der sich entwickelt.

01.12.2007 23 23 van #2652
Jedoch, Zitate zitieren heisst nicht unbedingt in Zitaten denken.

01.12.2007 22 43 nik #2651
...und in Zitaten Denken ist das Gegenteil des Gegenteils von Denken - die Areflexion!

01.12.2007 19 58 van #2650
Wind! Ich hatte mich bis jetzt nicht ausreichend bzw. nur vermeidend damit beschäftigt.

01.12.2007 19 56 JJ #2649
Positionen deuten ist das Gegenteil von Denken.

Ilse Aichinger.

22.11.2007 08 20 nik #2648
Ha, der van wurde Schoppen gehaut!

21.11.2007 20 46 JJ #2647
"In welche Richtung soll der Schritt überhaupt gehen?"
(anstösslich zu beantworten versucht.)

Freier Wille? - nach Schoppenhauer:

Wir fragen also: was heisst NOTHWENDIG? (...) NOTHWENDIG IST, WAS AUS EINEM GEGEBENEN ZUREICHENDEN GRUNDE FOLGT.(...) Danach wäre Abwesenheit der Nothwendigkeit identisch mit Abwesenheit eines bestimmenden zureichenden Grundes. Als das Gegentheil des NOTHWENDIGEN wird jedoch das ZUFÄLLIGE gedacht; was hiemit nicht streitet. Nämlich jedes Zufällige ist nur relativ ein solches. Denn in der realen Welt, wo allein das Zufällige anzutreffen, ist jede Begebenheit NOTHWENDIG, in Bezug auf ihre Ursache: hingegen in Bezug auf alles Uebrige, womit sie etwa in Raum und Zeit zusammentrifft, ist sie ZUFÄLLIG. Nun müsste aber das Freie, da Abwesenheit der Nothwendigkeit sein Merkmal ist, das schlechthin von gar keiner Ursache Abhängige sein, mithin definiert werden als das ABSOLUT ZUFÄLLIGE: (...) Dieser Begriff nun, angewandt auf den Willen des Menschen, würde besagen, dass ein individueller Wille in seinen Äusserungen (Willensakten) nicht durch Ursachen, oder zureichende Gründe überhaupt, bestimmt würde; (...)

Also das im Selbstbewusstsein liegende Gefühl ?ich kann tun was ich will? begleitet uns beständig, besagt aber bloss, dass die Entschlüsse, oder entschiedenen Akte unseres Willens, obwohl in der dunklen Tiefe unseres Innern entspringend, allemal gleich übergehen werden in die anschauliche Welt, da zu ihr unser Leib, wie alles Andere, gehört. (...) Befragte man einen unbefangenen Menschen; so würde er jenes unmittelbare Bewusstsein etwa so ausdrücken: ? Ich kann tun was ich will: will ich links gehen, so gehe ich links: will ich rechts gehen, so gehe ich rechts. Das hängt ganz allein von meinem Willen ab: ich bin also frei.? Diese Aussage ist allerdings vollkommen wahr und richtig: nur liegt bei ihr der Wille schon in der Voraussetzung: sie nimmt nämlich an, dass er sich schon entschieden habe: also kann über sein eigenes Freisein dadurch nichts ausgemacht werden.(...)

Alle an den objektiven, in der realen Aussenwelt liegenden Gegenständen vorgehende Veränderungen sind also dem Gesetz der Kausalität unterworfen, und treten daher, wann und wo sie eintreten, allemal notwendig und unausbleiblich ein. - Eine Ausnahme hievon kann es nicht geben, da die Regel a priori für alle Möglichkeit der Erfahrung feststeht. (...)

Es ist durchaus weder Metapher noch Hyperbel, sondern ganz trockene und buchstäbliche Wahrheit, dass so wenig eine Kugel auf dem Billiard in Bewegung geraten kann, ehe sie einen Stoss erhält, ebenso wenig ein Mensch von seinem Stuhle aufstehen kann, ehe ein Motiv ihn weg zieht oder treibt: dann aber ist sein Aufstehen so nothwendig und unausbleiblich, wie das Rollen der Kugel nach dem Stoss. (...) Denn der Mensch ist, wie alle Gegenstände der Erfahrung, eine Erscheinung in Zeit und Raum, und da das Gesetz der Kausalität für alle diese a priori und folglich ausnahmslos gilt, muss auch er ihm unterworfen sein. (...)

Unter Voraussetzung der Willensfreiheit wäre jede menschliche Handlung ein unerklärliches Wunder, - eine Wirkung ohne Ursache.(...)

Hier ist daran zu erinnern, dass jede Existentia eine Essentia voraussetzt: d.h. jedes Seiende muss eben auch ETWAS sein, ein bestimmtes Wesen haben. Es kann nicht dasein und dabei doch nichts sein, d.h. ein Ding welches ist und weiter nichts als ist, ohne alle Bestimmungen und Eigenschaften, und folglich ohne die aus diesen fliessende entschiedene Wirkungsart. (...) Alles dieses aber gilt vom Menschen und seinem Willen ebenso sehr, wie von allen übrigen Wesen der Natur. Auch er hat zur Existentia eine Essentia, d.h. grundwesentliche Eigenschaften, die eben seinen Charakter ausmachen und nur der Veranlassung von Aussen bedürfen, um hervorzutreten. Folglich zu erwarten, dass ein Mensch, bei gleichem Anlass, ein Mal so, ein ander Mal aber ganz anders handeln werde, wäre wie wenn man erwarten wollte, dass der selbe Baum, der diesen Sommer Kirschen trug, im nächsten Birnen tragen werde. Die Willensfreiheit bedeutet, genau betrachtet, eine Existentia ohne Essentia; welches heisst, dass etwas SEI und dabei doch NICHTS SEI, welches wiederum heisst, NICHTS SEI, also ein Widerspruch ist. (...)

andere

the selvedge yard
ligne claire
mosaikum
passe.par.tout
rezensionen.ch
social fairy dust
une fille du limmatquai
maxim biller
 
rauf
laufend   339 338 337 336 335 334 333 332 331 330 329   beginn