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17.10.2006 00 41 nik #2408
Shit goes down the drain.

17.10.2006 00 29 pet #2407
Einem Auto auf der Aemtlerstrasse fällt das linke Vorderrad ab. Das Rad rollt über die Gegenfahrbahn auf das Trottoir und in die Hausmauer. Einen solch seltsamen Vorgang noch nie beobachtet.

16.10.2006 22 59 JJ #2406
Shi...wie schreibt man, wenn man zufrieden, ja vielleicht gerade glücklich ist? Ich krieg's nicht hin. Heute nicht. Aber ich hatte doch noch 'ne kleine Panik...weil ich in der Hitze des Gefechts auf www.entdecker.ch ging, was dann automatisch auf www.entdecker.com führt, wo mir hässliche Marketingpanele den Weg weisen wollten ... selbst den Site-Wechsel hatten die Programmiert ... und der Hintergrund war im selben Grau, wie der hiesige ... und ich geriet in eine Panik, weil ich befürchtete, das Postcheckkonto des Webmasters sie doch niemandem je bekannt geworden und dann sei einer gekommen und der Webmaster habe in schierer Verzweiflung seine Domain für Fr. 400.-- dem Panele-Anbieter verkauft und damit die Plattform hier gelöscht...shiii...hab ich rumgemacht, bis ich wieder hier war und ich die Sache mit dem 'd' checkte...aber jetzt ist wieder alles rund, so ohne Ecken.

16.10.2006 00 22 JJ #2405
Nach-Frage: Was ist man denn, wenn man Rohner-Socken, einen Boss-Anzug, einen Montblanc-Kugelschreiber, Navyboot-Schuhe, eine Audemar-Piquet-Armbanduhr, einen Burberry-Regenmantel, eine Rayban-Sonnenbrille, ein Mercedes-Auto, eine IBM-Anstellung und eine Parship-Frau hat?

Ok... dann sind wir über die Grund- und Sicherheitsbedürfnisse über das Soziale etwas in den Status gerutscht, aus welcher Perspektive auch immer...aber wäre es jetzt nicht auch erlaubt nach-zu-fragen, ob man 'so' nicht erst recht ein 'Nichts' ist? ... aha, vielleicht aber ein Nichts, das es nicht aushält ein Nichts zu sein und es auf diese Weise versucht - ok...

16.10.2006 00 11 JJ #2404
Wäre Zürich katholisch, bräuchte man solche Bräuche nicht als Event zu importieren. Statt dessen hat das Reformierte das Festliche auf Brot und ein Glas Wasser reduziert.

15.10.2006 23 19 pet #2403
DSC00312.jpg

Eine Schweinshaxe mit Kartoffelstock und Sauerkraut verspiesen, ein Mass Bier getrunken. Einige Male in die Hände geklascht. Die sind so furchtbar organisiert, auch wenn sie besoffen sind.

15.10.2006 23 07 pet #2402
Man ist ein Nichts, das es aushält, ein Nichts zu sein und daraus ganz beiläufig, wenn die Kraft dazu reicht, ein Sein schöpft. Ganz ohne Fetisch.

15.10.2006 07 38 JJ #2401
Was ist man, wenn man kein Konsument ist?

Während der Mann Altkarton vorne an die Strasse trug, empfand er die abendliche Stille der Strasse wie das Verlaufen der Zeit in einem einsamen Winter. Es war einfach niemand mehr da. Alles war ordentlich, selbst der Altkarton war feinsäuberlich ... doch das berührte ihn eher dumpf, als das er noch stolz darauf gewesen wäre. Die Gartentür zuscheppernd, lief er den Weg links lang, um nicht in die Blätter des übergrossen Lorbeers zu laufen: Übergross wie alle Lorbeersträuche überall, die hässlichen Dinger, dachte er, sich ärgernd darüber, von dem Zeug bedrängt zu werden. Die altgelblichen Briefkästen mit Bartschlüsselchen waren den modernen Anforderungen in Sachen Weihnachtswerbung nicht wirklich noch gewachsen. So lag die zweite Hälfte Druckwaren im Milchkasten und es kostete täglich etwas von seiner Lebenszeit, die bemühten Werbebotschaften von dem zu trennen, was ihn wirklich erreichen sollte - wenn überhaupt das möglich war.

Nach etwas Schlaf zog sich der Mann seine ausgebeulte Hose nochmals an und fuhr seinen Wagen ins angrenzende Stadtquartier, wo er am Bahnhof in die kühle Atmosphäre eines Coop Pronto Shops eintrat, das Gefühl nicht loswerdend, dass eine Aufbewahrungshalle in einem Krematorium von ähnlicher Erscheinung sein müsste. Die beiden Schweizer Grossanbieter, preisdrückend für jede Lebenslage. Wann würde der erste von beiden sein Dienstleistungsportfolio um Totentrage, Aufbewahrung und Bestattung oder Kremation ausbauen? Und was dann? Eher eine Budget-Beerdigung oder eine zum Prix Garantie. Witzig fand er nur, dass eine deutsche Deutsche ihn an der Kasse bediente. In seinen Fantasien eine bezahlte Aldi-Spionin ... draussen musst er dann einfach wach genug sein, seinen Wagen zwischen den wild blinkenden und rotierenden Linienbussen zu wenden und zu sehen, dass er dort heil wieder weg kam. Der frische, selbst geschöpfte Exotic-Fruchtsalat sah im Licht der Neonbeleuchtung der eigenen Küche erbärmlicher aus, als ihn die Leuchten der Ladentheke präsentierten. Gepaart mit der Kälte von zwei Tagen im Eisschrank würden es teure 300 Gramm Fruchtmix, die er womöglich dann fortwerfen würde. Die Papiertüte für dreissig Rappen blieb leer am Boden liegen. Irgendwas brachte ihn innerlich langsam um. Er wehrte sich nicht. Vielmehr neigte er dazu, dem ewigen Nicht-umfallen-wollen ärgerliche Gefühle gegenüber zu entwickeln. Es war eine Schande, wozu man Jahre durch ein Leben ging.

Etwas später im Abend legte er sich Dinge zurecht, um im Wohnzimmer etwas Musik zu hören und zu lesen. Ein Gläschen Geist, den Lesestoff, einen Stuhl für die Beine, die Fernbedienungen für Musik. Er besass seit ihrem Auszug keinen Fernseher mehr und war auch in dieser Sache nicht weiter bereit, für ein solch dumpfes Angebot den Interessent zu geben.

Da war er vielleicht an dem Punkt, den er als Frage seit einer Weile suchte.

Ist es möglich, in Zürich zu leben, wenn man kein Nachfrager, also kein Konsument ist? Wenn man sich der angetragenen Rolle des ewigs Kaufenden entzieht?
Bewusst und gewollt 'sich DEM entziehen' und damit unmittelbar in sich wirksam den Markt als Ort, wo sich Angebot und Nachfrage treffen, zu Nichte .. ihn willentlich obsolet machen und damit sich aus dem Systems des Geldkreislaufes für einen Moment zu befreien.

Wo steht man da? Worauf begründet man dann sein Sein? Worin bestehen dann noch Kommunikationen? Gibt es dann überhaupt noch welche? Wie oder was erlebt man, wenn aufgehört wird, zu meinen, man müsse nachfragen, bedürfen, mängeln, kaufen?

Er stritt ja nicht ab, dass Grund- und ein Teil Sicherheitsbedürfnisse wohl kaum ohne Nachfrage zu ignorieren waren. Aber woraus bestanden die sozialen Bedürfnisse, wenn diese nicht durch die Eskapaden narzistischem Konsums oder als gemeinsames äufnen von Konsumkapital durch Arbeit bestünden.

Woraus bestand Leben, wenn nicht gerade Geld für Konsum erarbeitet oder Geld gegen Konsum ausgegeben wurde?

Denn so gefragt würde auch der nachmittägliche Spaziergang, anfänglich unschuldig ohne nennenswerte Zielsetzung, zur vorsorglichen Massnahme, gesund zu bleiben, damit man im Wirtschaftskreislauf seinen Part aktiv beitragen kann und wird.

Was gibt dem Sein ein Sein und kein Haben?

Text by JJ

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