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23.11.2004 10 31 nik #2026
Eigentlich bevorzuge ich die indirekte Art, wenn mir jemand sagen will, dass ich ein Vollidiot bin. Dazu müsste man allerdings ein bisschen "zwischen den Zeilen lesen" können. Und hört doch bitte endgültig mit diesen ach so geistreichen ENT-ECKER Wortspielen auf - Schrecklich, ganz schrecklich ist das.

Fast hätte ich es vergessen: Indirekt ist eben nicht das "Seelensose, das Unverbindliche", da man für das Indirekte sensibilisiert sein muss, um es mitzukriegen. Und wenn hier weiterhin so ironieresistent geschrieben wird, können wir den Entecker bald bei der pro juventute/senectute als Selbsthilfe Internetprojekt anmelden.

22.11.2004 22 16 mo #2025
Ja, so ist das im Leben..

22.11.2004 14 24 lk #2023
Aus dem Leben.

Wie soll ein Angesprochener, der nicht direkt angesprochen wird (und den siebten Sinn der Zwischenzeilenansprechung nicht entwickelt hat, konnte, wollte) die (manchmal negative, manchmal positive) Erfahrung des Angesprochenseins machen ? Gerade dieses Angesprochensein ist der Schlüssel zu einer bei uns zunehmend verschwindenden Art der direkten Kommunikation, die mehr und mehr indirekt, unverbindlich, seelenlos und subjektiv durch alle Arten Medien auf uns einstürmt und uns glauben lässt, wir hätten unendlich viele Verbündete und Freunde. Und eines Tages wundern wir uns, weshalb wir Angst haben, jemandem direkt in die Augen zu sehen und etwas zu sagen, das ausserhalb des Medianvokabulars steht, das wir unterdessen so gut beherrschen. Z:b. ein schlichtes "Ich liebe dich". Eines ohne dramaturgische Vorbereitung. Einfach so. "Grundlos"....

22.11.2004 01 28 vui #2022
nun ja, merke eben, dass ich sehr zielscheibenmässig verfahre. Sollte nicht zur persönlichen Belästigung ausarten:)
Und dann bin ich mir auch des Grenzübertritts bewusst (zumindest im Nachhinein), den so eine Direktansprache bedeutet.
nunja.
Wer wäre denn eigentlich die letzte Instanz im Entecker?
Wo in der weissen, weiten Welt würde ich anecken wenn?
Wiewohl ich mich ja vage erinnere, dass dies als entecker schwerlich möglich ist. Sinds ja die Ecken, die nicht rund sind und nicht ich. Obwohl ich auch nicht gerade das Inbild von Ründe wär. Und der Entecker als Gesamtes würde ja in sich selbst auch nicht stimmen, wenn ich nun aneckte. Also ganz freie Anarchie...
(Bin leider noch so verdammt ungeübt im ent-ecken, dass ich nicht einmal eine anständige Fussnotenreferenz hinbringe.) Naja.Sorry, dem run 257 (grad wieder ein Übertritt, aber da soeben zur anarchischen Freiheit übergegangen hoffentlich ok...)

22.11.2004 01 02 vui #2021
manchmal wird man gestreift...

Sehr frei nach Hegel: (vom Englischen und von einem Laien in Philosophie, sowie auch in der Sprachbewandtnis, wieder ins Deutsche übertragen,wie man so hübsch sagt. -wenn man doch kulturelle Unterschiede nun tatsächlich und wortwörtlich so einfach beheben könnte, indem man die gefüllte Lücke über die Grenzen trägt. Man könnte ja doch die Unterschiede lassen. Aber eine gewisse Einigkeit symbolisieren indem man sich die Länder als farbige, sich schneidende Mengendiagrammkugeln vorstellt. Hier grün und da blau und in der Mitte ein kitschig duftendes Fliederviolett)
"Das Groteske ist eine Art Ausschmückung oder Dekoration, die im Glauben gründet das unbschreibliche irgendwie umschreiben zu können. Der Versuch dies zu erreichen, indem es natürliche Formen übertreibt, explodieren lässt."
(also um nicht zu verheimlichen, mir gefällt hier schon mal das Radikale, Explosive)

Jedenfalls könnte man nun aber interpretieren, dass das Unbeschreibliche Transzendentale (falls hier noch jemand dran glaubt, fragt mich nicht an was) in Übertriebenem oder auch einfach in gebrochenen Formen vorkommt. Kaputt, also. Oder Randständig irgendwie. Und wenn man nun noch den Walter Benjamin schrecklich verzerrt und missbraucht, könnte man doch behaupten, er habe recht, mit seiner fliehenden Weltgeschichte. Zusammengesetzt aus kleinen verwaschenen Momenten, die, immer zu spaet fast erwischt, sich zu einem Ganzen, einer 'Wahrheit' fügen sollen.
Ich stelle mir das Bild so vor. Man steht im Strom der Geschichte., ein Orkanartiges Wesen, das brausend um die Ohren heult und niemals aufhoeren will. Die Haare stehen einem also naturgemäss zu Berg, ob nun wegen dem atemberaubenden Wind oder vor Schreck, ob der grauen, ruinoesen Teile, die da in dem Strom fliegen. Da eine totgebombte Stadt, da tausende von Leidenden Menschen, die wie Papier im Wind flattern. Man streckt die Hand aus und hofft, das einzige was man in so einer übermächtigen Situation tun mag, -hofft, dass man irgedwas erwischt. Vielleicht etwas schoenes gar, gibt es ja auch. Eine duftende Erinnerung eben an den sommerlichen Menschenstolz.

Und manchmal, ob man es will oder nicht, wird man wohl gestreift von einem der Dinge, die da im Strom toben.

20.11.2004 13 03 lk #2020
Es darf mir erlaubt sein, für einmal in diesem Forum eine persönliche Bemerkung zu machen. Der Mensch lebt nicht zuletzt von Kommunikation, vom Wissen, dass andere auf diesem Fussball herumtoben, die auch nicht an jeder Ecke das Paradies finden, das sie erhoffen. Nun - an diese anderen unzählbaren, unsichtbaren Menschen zu denken - ihr Leben, ihr Schicksal zu erahnen (machnmal wird man gestreift), sollte einen selber, der man das Glück hat, mit vollem Bauch an einem Computer zu sitzen und kommunizieren zu können, den nötigen Ruck geben, den Horizont zu sehen.

In diesem Sinne:

Danke :)

20.11.2004 04 01 vui #2019
hey ich mag wie du schreibst lk, auch wenn du daran (an so einem besoffenen kompliment (deswegen immer noch komliment wuerde ich sagen) gar keine Freude findest. Wunesch dir tausendmal Staerke fuers Leben.

19.11.2004 21 38 lk #2018
Balkon.jpg
Ich sitze auf dem Balkon und denke, wie schön doch die Zeiten sein könnten. Der Muezzin drüben macht auch nur seine Arbeit, so wie Herr Meier auf dem Bau seine Ziegelsteine aufeinanderschichtet und den Blick liest. Die beiden haben eigentlich soviel gemeinsam, nur wissen sie es nicht und wollen es nicht wissen. Besonders Herr Meier tut sich mit Nichtblickbuchstaben schwer und der Muezzin hat unter Umständen nie gelernt, sie zu lesen. Naja.

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