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30.01.2002 19 21 lb #194
Letzthin ist mir folgendes passiert: Ich hab gearbeitet, an einer neueröffneten Bar in Zürich, Kreis 5. Es hatte viel zu viele Leute, die was trinken wollten, sprich, ich war ziemlich im Stress. Eine Frau bestellte: 1 Cuba Libre, 2 Caipirinha, ein Pina Colada, 2 Gin-Tonic, 3 Bier, 1 Wodka-Redbull und 1 Cola. Ich hab alles vorbereitet, dann getippt. Dann gebracht. Die Frau meinte, sie zahle 2 Bier und den Pina Colada. Angesichts einer Horde nach Flüssigkeit lechzender Leute rund um mich habe ich gefragt, ob sie nicht alles bezahlen und dann in der Gruppe abrechnen könne. Sie hat gemeint: Nein, so schwer kann das doch nicht sein. Ich möchte dich sehen, meine Liebe. Ich versuche in den folgenden Zeilen darzustellen, was das Hirn, ohne jegliche externe Hilfe (wie z. B. Bestellliste, Kassenzettel) alles leisten muss, um eine solche Aufgabe zu meistern:
Merke:
Gesamtbestellung:
1 Cuba Libre (15 Franken)
2 Caipirinha (je 15 Franken)
1 Pina Colada (16 Franken)
2 Gin-Tonic (je 14 Franken)
3 Bier (je 6 Franken)
1 Wodka-Redbull. (15 Franken)
1 Cola (5 Franken)
Frau bezahlt 2 Bier und den Pina Colada.
Rechne:
16 + 2 * 6 = 28 (Kosten)
"Das macht dann 28 Franken." Frau gibt 50er Note. Auf dem Weg zur Kasse:
Rechne und Merke:
50 - 28 = 22 (Rückgeld)
Gesamtbestellung - 2 Bier - 1 Pina Colada =
1 Cuba Libre
2 Caipirinha
2 Gin-Tonic
1 Bier
1 Wodka-Redbull.
1 Cola
Auf dem Weg zurück:
Vergesse:
22 (Rückgeld)
Vergesse nicht:
1 Cuba Libre
2 Caipirinha
2 Gin-Tonic
1 Bier
1 Wodka-Redbull.
1 Cola
Mann zahlt 1 Cola, 1 Wodka-Redbull und ein Bier.
Rechne: 5 + 15 + 6 = 26
"Das macht 26 Franken." Mann gibt 100er Note. Auf dem Weg zur Kasse:
Rechne und Merke:
100 - 26 = 74 (Retourgeld)
Übrige Getränke - 1 Cola - 1 Wodka-Redbull - 1 Bier =
1 Cuba Libre
2 Caipirinha
2 Gin-Tonic
Auf dem Weg zurück:
Vergesse:
74 (Rückgeld)
Vergesse nicht:
1 Cuba Libre
2 Caipirinha
2 Gin-Tonic
Undsoweiterundsofort.
30.01.2002 18 34 pet #193
Das Auto
Die Ferien
Ich hatte mich von meinem offensiven Nachbarn verabschiedet und sass nun im Auto, der Gewitterregen prasselte auf das Dach und ich schaltete den Scheibenwischer ein. Es hatte nicht viel Verkehr. Wohin meine Reise mich führen würde, wusste ich nicht. Nachdem ich den Zündschlüssel gedreht und mir eine Zigarette angesteckt hatte, entschied ich mich für die Autobahn Richtung Westen. Ueber der Stadt hingen schwarze Wolken, vom Limmattal her schien mir die untergehende Sonne entgegen. Wenn man, wie ich, nicht oft Auto fährt, ist es jedesmal ein Ereignis.
Vor Basel hielt ich bei einer Autobahnraststätte an. Es war bereits dunkel. Ich wollte mir eine Strassenkarte kaufen. Der Regen hatte aufgehört, die Luft war warm und feucht. Die Raststätte lag quer über den vier Fahrspuren der Autobahn. Ich holte mir einen Kaffee und setzte mich im Restaurant an einen Tisch. Die Leute waren den sommerlichen Temperaturen entsprechend gekleidet. Eine holländische Familie sass am Tisch neben meinem. Lastwagenfahrer mit und ohne Bäuche unterhielten sich und rauchten. Es ist ein Kontrast zwischen den lebhaften Menschen in der Raststätte, und den auf der Autobahn dahinrollenden, hinter den Scheiben ihrer Wagen nur zu erahnenden.
Ich habe längere Zeit in Zügen Getränke und Sandwiches verkauft. Dort sind die Reisenden selten so lebhaft. Bahnwaggons können vollbesetzt sein und zu hören sind nur gedämpfte Gespräche. In meiner Funktion als Verkäufer wollte ich jeweils nicht zu aufdringlich sein, denn die Reisenden waren meinen Angeboten unfreiwillig ausgesetzt. Ich beherzigte meine eigene Maxime aber nicht immer. Insbesondere dann, wenn ich wusste, dass fast niemand etwas kaufen würde, machte es mir Spass, die Leute trotzdem zum Konsumieren zu bringen.
Anders ist es in der Raststätte. Dort gehen nur jene hin, die konsumieren, tanken, schwatzen oder pissen müssen. Eine enthemmte Atmosphäre.
Meine bisherige Fahrt war ohne Ziel. Vielmehr wollte ich Zürich verlassen, um in einer fremden Umgebung zu entscheiden, wohin die Reise gehen würde.
Ich ging zum Kiosk und schaute mir die Strassenkarten an. Ich entschied mich für die italienische.
29.01.2002 21 51 plu #190
Ich muss Datensätze von Firmen suchen und diese mit anderen Datensätzen von den selben Firmen verknüpfen. Wenn ich sie nicht finde muss ich in einer anderen Datenbank suchen. Wenn ich sie da auch nicht finde muss ich im Internet suchen, dafür stehen mir drei verschiedene Datenbanken zur Verfügung . Wenn ich die Daten gefunden habe muss ich auf ?Daten sichern? klicken. Wenn ich die Daten nicht gefunden habe muss ich das durch Anklicken eines Feldes vermerken. Nun muss ich auf "weiter" klicken um den nächsten Datensatz zu berarbeiten. Ein paar Wochen später muss irgendjemand irgendwo in der Firma meine Verknüpfungen durchgehen und kontrollieren ob sie richtig sind.
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