26.10.2003 20 01 km #1319
26.10.2003 18 26 lp #1318
Zu den Heuchlern: Die Welt ist voll davon. Und wieso?
Dr. w. Serner, Verfasser des Manifest Dada (ein Handbrevier fuer Hochstapler und solche, die es werden wollen), hat es als Meister der Verkuerzungen ("Interjektionen sind am Treffendsten"), schoen ausgedrueckt:
"Die Welt will betrogen sein. Und betruegt man sie nicht, wird sie sogar ernsthaft boese." (in etwa so)
Die Heuchler verschwinden uebrigens auch nicht, wenn man den Sinn des Lebens gefunden hat ("der Sinn des Lebens" ist eine Vokabelmischung, mit welcher gutes Geld verdient wird, in erster Linie).
Dieter Meier, nachdem dem Muessiggaenger selbst das Wursteln in allen moeglichen Religionen zu muessig wurde, hat es so gesagt:
"Sometimes I get into deep trouble
Illusion bursting like a big bang bubble
Squeeze please knocking about
Nonsense that's the way out
Squeeze please
Squeeze please"
Und Robbin Williams, in irgend einem Song, meint stimmig "when I stop lie to you, I'll just dissapoint you".
Ich sehe nur 2 Moeglichkeiten: Entweder man wird ein perfekter Wahrheitssucher, oder ein perfekter Luegner. Und ich vermute, dass man ab einem bestimmten Alter Luege und Wahrheit in den meisten Faellen nicht mehr auseinanderhalten kann. So spricht dann der Heilige von der hoeheren Aufgabe, aufgrund derer er nun seine eigentlich offensichtlichen Luegen in Wahrheiten verdreht, genauso tun es die Politiker. Absolute Wahrhaftigkeit bringen nur die Berufsbetrueger zustande, die Waffenschieber und Maedchenhaendler, also jene, welche zum Vornherein als benennbare Gauner durchs Leben wandeln und sich ganz den niederen Instinkten verschrieben haben (also den Natuerlichen, nicht sublimierten, ehrlichen, wahrhaftigen, etc.).
Und nochmals Serner: "Gute Menschen sind aus purer Boshaftigkeit gut"; das habe ich auch immer mal wieder feststellen muessen.
Ein ehrlicher Luegner wie Blocher ist mir jedenfalls abgesehen vom Inhaltlichen lieber als das tattrige Geschwafel von so manchen verklemmten Linken. Am Allerbesten gefallen mir die Tuerken, welche dermassen ehrlich sind, dass sie sich im Parlament gegenseitig verpruegeln.
Der Erde einen Tritt...
25.10.2003 13 40 mo #1315
Blocherismen:
Es gibt viele Heuchler in der Politik. Mehr hat es wohl nur noch in der Kirche.
Ich habe den Menschen gern, in seinen Stärken und Schwächen. Deshalb misstraue ich allen, auch mir selber.
Wie kann ich den Sinn des Lebens erfassen, wenn ich nicht weiss, warum ich überhaupt auf der Welt bin? Wo ich nichts dafür kann, muss ich auch nicht nach dem Sinn fragen.
23.10.2003 11 10 lb #1314
Kill Bill: nichts für Judith-Hermann-Leserinnen und Leser. Ich fand den Film besser als Forrest Gump (wahlweise ersetzbar mit irgendwelchen Filmen, aber nicht mit Pulp Fiction. Denn diese zwei zugegebenermassen vom selben Regisseur erstellten Filme sind schwer vergleichbar. Pulp Fiction kleistert alle brutalen Szenen mit Ironie zu, ist sozusagen mit einem Zuckerguss der Ironie überzogen, was den Film harmloser als Donald Duck macht. Und für jedermann geniessbar. Mit zuckersüssem Schauern hört man Freni Müller sagen, uaaaa, diese Spritzenszene, grauenhaft, zum Glück hatten sie ein Manual dabei, wo drin steht, wo das Herz angesiedelt ist. Über Pulp Fiction kann man stundenlang sprechen, über was aber soll man nach Kill Bill sprechen? Betretenes Schweigen nach dem Kino. Dann: Also ich fand Pulp Fiction besser. Eine Hintergrundhandlung (warum dieser Rachefeldzug, ist die Frage hier) ist zwar angedeutet, aber eben nur angedeutet. Über was soll man lachen während dem Film? Nicht mal das Cinemax-Publikum hat's geschafft, mehr als zwei Mal zu lachen. Meine bücherberatende Mitbewohnerin hat gemeint, es sei halt schon eher ein Film für Männer. Ein Film für Männer? Ich weiss nicht. Ein guter Film? Ich weiss nicht. Ich weiss überhaupt nichts mehr, nach diesem Film. Totale Leere. Was soll dieser Film? Keine Ahnung. Aber besser als The Silence of the Lambs ist er alleweil.)
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