15.10.2003 15 49 hat #1289
Pausenlos
betreibt
der Herbstwind
Laubbau
unter den Baeumen
arboles desnudos
aber wir erkennen Nacktheit
nur wenn sie uns auf
ueberdimensionalen Sloggyads
entgegenarscht.
15.10.2003 00 28 eto #1287
Herbst
Schlunzen
schleppen
Kürbisse
an.
15.10.2003 00 25 van #1288
Herbst.
Weggerecht ist
Was nicht mehr
Auf der Strasse liegt.
14.10.2003 23 57 van #1286
14.10.2003 23 47 van #1285
Herbst
Laub ist
Was nicht stört.
14.10.2003 21 35 ah #1284
Eine Frage Max Frischs aus seinen Fragebogen lautet:
?Wer hat Sie den Unterschied gelehrt zwischen Eigentum, das sich verbraucht, und Eigentum, das sich vermehrt, oder hat Sie das niemand gelehrt??
Vielleicht lehrt mich ein junger Intellektueller den Unterschied?
14.10.2003 20 43 ah #1283
Heute im Tages-Anzeiger:
?Wie geht es der Schweiz? Vier junge intellektuelle Menschen reden über das Bild, das sie von der Schweiz haben, und sagen, was sich ändern müsste.? So der Titel des Artikels. Die Implikationen in den Aussagen eines jungen Intellektuellen haben mich nicht restlos überzeugt. Jedoch hatte auf seine Aussage: ?Die staatliche Altersvorsorge hat, radikal formuliert, das Familienleben zerstört?, keine/r der Gesprächsteilnehmer/innen einen Einwand. Oder wurden die Reaktionen bloss nicht gedruckt? Weiter unten folgte ein Ausspruch desselben jungen gebildeten Menschen: ?Armut etwa ist kein globales Problem, sondern ein Problem einiger Länder Afrikas.? Hier lautete die Entgegnung, die jegliche Besserwisserei im Keim ersticken wollte, zu meiner Überraschung immerhin: ?Aber alles ist vernetzt.? Doch auch dieses schlagende Argument brachte jenen klugen Gesprächteilnehmer nicht zum Schweigen, er konterte gewandt: ?Was nicht bedeutet, dass alles global ist. Armut etwa wird nicht von uns ausgelöst. Man kann Armut nicht schaffen, man kann nur Wohlstand schaffen. Zudem ist es nicht so, dass jemand ärmer wird, wenn ein anderer reicher wird. Schauen wir uns den Handel an: Hier werden alle reicher.? [...]
14.10.2003 01 15 nik #1282
Jetzt muss ich doch noch ein Wort über Schuhe verlieren: In meinen jungen Jahren, vielleicht so im Alter von zwölf Jahren, als die ersten latenten Bezugsspunkte zur Jazzmusik durch meinen damaligen Saxophonlehrer stimuliert wurden, indem er ganz beiläufig in meiner Gegenwart die Namen von Coltrane, Miles, Kirk und Shepp dropte, sah ich mich durch diese weltläufigen Stimulantien veranlasst, Tonträger von eben genannten Künstlern käuflich zu erwerben. Nach vollbrachtem Kauf war ich jeweils ganz hibbelig und kribbelig und konnte mich fast nicht mehr halten vor lauter ich-hör-die-freakigste-Musik-von-Welt. Zuhause dann, die CD im Player, verwünschte ich mich und dachte: ?Hätt ich doch nur die neue Cure oder so gekauft...? Und die frei improvisierten Zumutungen des ?späten Coltrane? oder die Akademitis des ?jungen Braxton? vergruben sich ziemlich weit hinten in meiner CD-Sammlung. Doch da schlummerten sie, dort gärten sie, dort reiften sie, von Staubbüscheln umgarnt, aber eben doch nicht ganz aus dem Sinn. Wenn ich dann die Aufnahme doch noch einmal hörte, erinnerte ich mich an die anfängliche Verstörung und weil ich inzwischen ein Jahr oder zwei älter war und mich mit zugänglicheren Elaboraten in die Jazzwelt hineingehört hatte, machte die Musik plötzlich Sinn. Nicht alles gefiel mir, aber ich entdeckte vielleicht ein oder zwei Stücke, die ich tatsächlich schön fand und so eroberte ich auch den Rest der CD.
Genau so erging es mir mit meinen Schuhen. Nicht dass sie zu gross gewesen wären, nein, ich war einfach noch nicht bereit für meine Schuhe. Zwei Jahre hat es gedauert und in diesen zwei Jahren habe ich meine Schuhe vielleicht dreimal getragen bis ich zu ihnen gelangt bin.
Daraus lässt sich wohl leichtlich ableiten, dass die schönen, guten, wahren, edlen, schlichten Dinge in sich selbst in der Welt draussen schlummern. Sie warten, jedoch nicht auf uns und wir warten vielleicht nicht auf sie, aber wenn wir ohne Drang sind, werden wir uns finden.
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