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22.01.2002 00 14 plu #157
Dakar ? Buchu
Im Zentrum von Dakar begeben sie sich auf den grossen Busparkplatz neben dem Konservatorium. Hier besteigen sie einen Bus Richtung Pikine. Der Bus fährt erst wenn er voll besetzt ist und hält da, wo die Passagiere wollen. (Klopfen sie dazu mit einer Münze an das Seitenblech) Wahrscheinlich werden sie beim grossen Kreisel aussteigen müssen und in einen anderen Bus umsteigen. In Pikine steigen sie bei der grossen Tankstelle aus und halten ein Privatauto an, das sie Richtung Meer fährt. Nehmen sie nun hier einen Bus nach Rufisque, steigen sie aus und nehmen einen Bus Richtung Mbour. Manchmal hält der Bus an und sie müssen umsteigen. Etwa in der Hälfte der Strecke nach Mbour liegt das Dorf Buchu.
Um diese Strecke von hundert Kilometern zurückzulegen benötigen sie mit einheimischer Begleitung etwa sechs Stunden.
Nebenbei: Um an den geographischen Mittelpunkt Afrikas zu kommen , der ziemlich genau in direkter Linie östlich von Dakar liegt müssten sie nach Senegal die Länder Mali, Niger, Nigeria, einen kleinen Teil Kameruns und schliesslich den Tschad durchqueren. Luftlinie schätzungsweise viereinhalb tausend Kilometer.

21.01.2002 23 31 bse #156
Atlons Serenade ans Motherboard.mp3
Im Land der Einsen und Nullen war es wieder einmal Muttertag.
Dieses Jahr entschied sich Atlon, eine kleine Serenade für sein Motherboard zu komponieren.

Er liebte sein Motherboard wirklich sehr.

21.01.2002 22 41 bse #155
Eine sternklare Nacht; Mond zunehmend.
Ein Mann schleicht, huscht, balanciert sich langsam vorwärts, immer darauf bedacht nicht in die Spalten zu treten.
Zwei lange Schritte, dann ein kurzer.
Er hält inne, überdenkt die Lage und geht dann seinen schmalen Pfad weiter.
Die Situation wird immer aussichtsloser.
Sein Weg endet hier.
ER SPRINGT.
Der Randsteintänzer.

21.01.2002 16 53 pet #152
The old self:

"He actually was murdered
I had taken him apart
But when I put him back together,
I couldn't find his heart"

Lou Reed

21.01.2002 16 34 nik #154
Gegen Mitternacht bestieg ich den Bus nach Lissabon und kam frühmorgens dort an. Der Busbahnhof befand sich am Ufer des Rio Tejo. Ich kaufte mir an einem Imbisstand einen Kaffee und wartete bis es hell wurde. Eine etwas ältere Frau, welche ebenfalls mit dem Bus gereist war, fragte mich woher ich komme. Sie sagte sie kenne die Schweiz und, dass ihr Genf gut gefalle, besonders die Kleidergeschäfte. Ich fragte sie ebenfalls woher sie komme. Sie sagte, sie sei aus Saõ Paulo. Sie ging in ein Café auf der anderen Strassenseite und ich musste ihre Koffer bewachen.
An jenem Morgen war es ziemlich kalt. Gegen Mittag bezog ich ein Hotelzimmer und schlief eine Weile. Als ich wieder erwachte, begann ich zu lesen. Ich hatte das Buch eines Schweizers dabei. Der Titel fällt mir nicht mehr ein, so sehr ich auch versuche mich zu erinnern. Ich weiss aber noch, dass es ein sehr umfangreiches Buch war. Es war die Geschichte eines Jungen aus Zürich oder einer ähnlichen Stadt. So viel ich weiss, entdeckte ich Gemeinsamkeiten oder meinte fälschlicherweise Gemeinsamkeiten darin zu entdecken. Es war mir peinlich. Ich las das Buch aber trotzdem zu Ende. Denn es ist befriedigend dicke Bücher zu Ende zu lesen, auch wenn man nicht mehr mitkriegt, als wenn man ein Buch mit nur fünfzig Seiten liest. Ich las danach auch noch ein dünnes Buch von einem Deutschen.
Das gute an der Stadt Lissabon war, dass man immer einen Hügel fand, der noch höher war, als der andere. Man musste sich nur ein wenig anstrengen und schon sah man sein nächstes Ziel, welches man - verbunden mit einer kleinen Anstrengung - erklimmen konnte.
Von einem Hügel aus schaute ich über den Rio Tejo, dachte an meine Gedächtnislücken und ärgerte mich ein wenig, dass ich an diesem Punkt meiner Reise umkehren musste, denn ich hätte nie und nimmer ein Schiff bestiegen.

21.01.2002 14 41 lb #149
Theater heute:

Sie: küss mich.
Er: was?
Sie: ich will, dass du mich küsst.
Er: was willst du?
Sie: das weisst du genau.
Er: was soll ich wissen? lass mich mal.
Sie: (schreit) ich will aber.
Er: sei nicht gleich hysterisch. Zicke.
Sie: nie willst du mich küssen.
Er: was?
Sie: (schnauft, dann:) hau doch ab. Geh. Will dich nicht mehr sehen.
Er: was willst du?
Sie: (hysterisch, gebrochen) was weiss ICH! Nichts weiss ich.... (es folgt ein Monolog mit der Quintessenz, dass sie nicht mehr weiss was sie will und wer ist, dass sie sich selber verloren hat. Schuld daran irgend welche Medien, Drogen, Spassgesellschaften, Musiken, Erfolge und Elternhäuser)
Er: --
Sie: küss mich.


20.01.2002 21 47 van #148
Wie es auf der Tafel mit Kreide gestanden hatte, so war es auch. Um 16 Uhr standen die Lifte still. Wir fuhren zum letzten Mal ins Tal hinunter. Der Zug war schon weg. Wir nahmen das Restaurant, das neben dem Bahnhof lag. Im Raum waren nur wenige Gäste, aber der Rauch war enorm. Auf dem Tisch lag ein handgeschriebener Zettel. Die Serviertochter begrüsste uns beide mit Handschlag und fragte, was wir wünschten. Mein Bruder bestellte den Ramba Zamba Kaffee, der auf dem Zettel angepriesen wurde. Ich wendete den Zettel und las. Ich fragte, was das sei, Ruth's Hausmedizin. Sie umschrieb ungenau einige Zutaten, aus denen ich mir einen Drink nicht vorstellen konnte gemischt zu werden, aber da ich nun mal gefragt hatte. Bald kam sie wieder und stellte die Sachen hin. Mein Bruder nahm den ersten Schluck und sagte "Aha, Ramba Zamba". Ich entgegnete "Bei mir ist bestimmt Martini drin". Mein Bruder glaubte das nicht und fragte die Serviertochter um Auskunft. Sie verriet aber nichts mehr. Als die Zeit gekommen war, standen wir auf. Die Serviertochter schüttelte uns abermals die Hand. Der Zug kam angefahren. Wir fanden einen Platz im Wagen. Rund um uns tobte es, Jugend der Ostschweiz. Wir schliefen schnell.

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