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08.02.2003 14 31 km #959
Antonin Artaud.jpg
via herzattacke
Antonin Artaud

08.02.2003 12 45 mo #1029
kidshot.jpg

07.02.2003 22 51 van #1027
Ich stehe auf meiner Lieblingsbrücke und schaue den Vögeln auf der Sandbank zu. Einige Enten hocken im Sand, einige tauchen im Fluss nach Nahrung. Auch eine Möwe ist heute da. Eine Gebirgsstelze sehe ich gerade noch davonflümseln. Gebirgsstelzen sehen ähnlich aus wie Bachstelzen, aber sie haben einen gelben Bauch. Flümseln ist ein Wort, das ich gerade erfunden habe. Wenn ein Vogel flümselt ist das wie wenn ein Hase hoppelt. Ich nehme an es gibt einen korrekten Ausdruck dafür. Ich werde meinen Kollegen fragen, den Vogelkundler. Zwei Enten schlafen, ein Männchen und ein Weibchen, sie haben den Schnabel unter die Flügel gesteckt, es sieht niedlich aus. Als Kind hätte ich mich, wäre ich in ein Tier nach freier Wahl verzaubert worden, für die Ente entschieden, weil sie alles kann: fliegen, schwimmen, sich am Boden bewegen. Der Mensch ist im ersten Punkt zu kurz gekommen, das störte mich damals empfindlich. Heute habe ich mich daran gewöhnt. Die Möwe lugt umher. Möwen können entschieden schöner fliegen als Enten. Enten flattern. Möwen sind eigentliche Flugkünstler. Vor drei Tagen fiel der Schnee so dicht, dass man keinen Hund ins Freie geschickt hätte, aber die Möwen waren immer noch am Fliegen, als weisse Schemen sah ich sie durch die graue Flockerei pfeilen, elegant wie immer. Wenn eine Möwe am Boden hockt, ist sie grau. Nur das Untergefieder ist weiss. Wenn sie im Schnee sitzt, sieht es noch trister aus. Ich habe das vor drei Tagen gesehen, spätabends. Jener Vogel war grauschwarz und wirkte alt und schmutzig, erst auf dem zweiten Blick erkannte ich, dass es eine Möwe war. Sie floh nicht vor mir, das machte mich stutzig und liess mich anhalten. Sie starrte mich an, machte bisweilen einen Schritt vorwärts, dann wieder einen rückwärts, Entsetzen sprach aus ihren Augen, mich schauderte. Es war gleich neben der grossen Strasse. Sie wird in ein Auto geflogen sein, dachte ich. Ihr Tod schien nahe. Meine Kollegin, die Buchhändlerin, machte mir später Vorwürfe, weil ich das Tier nicht eingepackt und zu einem Tierarzt gebracht hatte. Ich fand verschiedene Einwände, weshalb dies nicht sinnvoll gewesen wäre, Hygiene usw., aber nächstes Mal würde ich es tun. Ich stelle mir vor, wie das Tier in einer Schuhschachtel sitzt und sich ängstlich in unserer Küche umguckt, wir stehen alle rund um den Tisch und staunen, ich suche aufgeregt die Nummer eines Tierarztes. Das wäre schön. Ich löse mich vom Brückengeländer und stapfe weiter. Ich bin der Erste der diesen Text gedacht und geschrieben hat.

07.02.2003 22 03 mo #1028
Poetry is now went poetry slam?

.. und dann finden sich zahlreiche Seiten, wenn sich der Sucher von Penderecki und Queneau halbwegs erholt hat, die bieten in allen Sprachen der Welt Gedichte an für die, denen die Worte fehlen, frei nach Wilhelm Busch kostenpflichtig, natürlich, wobei dieses und weitere Zitate vorläufig dem ein oder anderen gequälten Auge erspart werden, wozu gibt es schliesslich Google.

07.02.2003 19 42 dab #1026
alles bereits gedacht, geschrieben? "wherever I go in my mind, I meet Plato coming back" noch gibt es Leute, die heldenhaft-unverdrossen das Neue denken. Über Sinn und Erfolg darf gestirnrunzelt werden. Stirb, Postmodernismus! Es darf nun wieder nachgedacht werden. Nicht das Neue sollt ihr denken, sondern das Schöne, und meinetwegen das Nützliche.

07.02.2003 01 45 mo #1024
Irgendwann
Irgendwer
Irgendwie
Irgendwo

Alles bereits gedacht, geschrieben.

Was übrig bleibt:
Die eigenen Sprachmixturen
ans Selbst anzugleichen,
auf dass sie anderen "neu" erscheinen mögen.

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