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23.01.2003 21 30 van #985
feelslike.jpg

23.01.2003 20 41 pet #984
Abrechnung: John le Carré über Amerika | Die Weltwoche | Leckerbissen für den Staat | Steuern, Gebühren, Abgaben: Am meisten zahlt der Mittelstand | Athinas Milliarden: Das Drama um die Onassis-Erbin | "Gottlob haben wir die Atombombe" | Erfolgsautor Ephraim Kishon über die Zuspitzung im Nahen Osten

Oder weshalb ich das Weltwoche-Bashing einfach nicht sein lassen kann.

... feines Abendessen im Magen. Bad läuft ein.

23.01.2003 20 11 pet #983
computer_ruhend.jpg

23.01.2003 19 33 zl #982
Der scheue Noldi ist Alkoholiker und in der Schweiz geboren. Mohammed stammt aus Mogadishu in Somalia und war von Beruf Lebensmittelhändler. Noldi und Mohammed sitzten gerne in der Beiz am selben Tisch. Sie sind sich nah und doch sehr fern. Mohammed lebt seit sechs Jahren in der Schweiz. Die Serviertochter lässt manchmal das italienischsprachige Radioprogramm laufen, damit Mohammed sich wenigstens sprachlich zu Hause fühlt. Er ist einsam. Er spricht noch nicht sehr gut Deutsch. Verstehen tut er Deutsch aber sehr gut, auch den Zürcher Dialekt. Noldi trinkt sehr viel. Manchmal schläft er am Tisch ein und Mohammed schaut ihm dabei zu. Wenn Noldi nicht gerade schläft, dann erzählt er Geschichten. Es sind die Geschichten eines liebenswürdigen und betrunkenen Hauswartes. Gegen zwölf wenn Susi, die Serviertocher Noldi die Rechnung präsentiert, dann mimt Noldi immer den Glünggi. Er erzählt gerne Geschichten. Gestern zum Beispiel sagte er, seine Brieftasche sei im Jackenfutter eingenäht. Mohammed hört und schaut zu und vielleicht wundert er sich. Noldi und Mohammed sind sich nahe in ihrer Einsamkeit. Es verbindet sie eine Wärme, die nur mit Gesten sich ausdrückt. Es verbindet sie der Alkohol und der blaue Dunst. Es verbindet sie das Menschsein. Auf die Frage hin, wie sie es mit Gott hätten, zeigt Noldi verlegen auf das volle vor ihm stehende Glas. Mohammed schweigt und schaut zum scheuen Noldi, der im Suff redet wie ein Buch. Es ist ein jämmerliches Buch, aber es ist eins!

23.01.2003 18 06 txt #981
Hier ist wiedermal txt. txt webt nicht. txt fliesst. Punkt. Rorschachtests waren schon immer eine Stärke von txt. Der Text fliesst um das Bild, kreist es ein und verwandelt sich im Nu zu lesbaren Zeichen. Zigaretten. Oh, diese Schwärze auf der Lunge, dieser schwarze Teerfilm, der die Lungbläschen ums Atmen bringt. Der Text fliesst, ganz bestimmt. Wenn er gewoben wird ist er nur noch halb so schön. Persische Teppichknüpferinnen verfahren nach einem vorgegebenen Muster. Der Text der schön sein soll, dieser Text muss fliessen. Letzhin auf dem Ganges den Frauen beim Baden zugesehen. Wer im Ganges baden geht, steigt gestärkt aus dem Fluss. Der Ganges ist so breit, dass man an vielen Stellen nicht mal das andere Ufer sieht. Der Ganges ist schmutzig, voller Chemikalien und Fäkalien. Trotzdem; im Ganges stehen macht gesund. Der Text ist hier zu Ende. Der Text verabschiedet sich und wünscht allen anderen einen guten Abend!

23.01.2003 17 52 lk #980
stome.jpg
"GEEE! Look at that! Looks like they had christmas
presents in the stone age! Dig more, more!!" Er war
komplett aus dem Häuschen, mein amerikanischer
Freund. Er hatte nicht gemerkt, dass ich das Päck-
chen nur vergraben hatte, um ihn auf den Arm zu
nehmen. Er hatte es wohl zu oberflächlich betrachtet.

23.01.2003 15 01 pet #979
Ein Unwort ist laut Wörterbuch ein unschönes und unerwünschtes Wort. Da es sich bei dem "Unwort dieses Jahres" seit August letzten Jahres um eine geschützte Marke handelt, denke ich, sollte es auch kein Wort mehr sein, sondern eben ein Markenname. Wenn die Hartz-Kommission es in Deutschland verwendet, dann heisst das noch lange nicht, dass es sich dabei zum Wort geadelt hat. Hartz ist ja auch nur ein Name von einem Menschen. In der juristischen Terminologie ist eine Aktiengesellschaft eine juristische Person, das Individuum ist eine natürliche Person. Wenn nun eine PR-Zicke die Verknüpfung des Wortes "Ich" mit dem Begriff der Aktiengesellschaft in einem Buchprojekt zu Geld machen will, hat die Unwort-Jury bereits gratis Werbung dafür gemacht. So dumm können Germanisten sein. Dann könnten sie ja geradezu "Microsoft" als Unwort küren. Die Jury scheint es nicht geschafft zu haben, das Wesentliche zu erkennen. Sie nimmt mit "Ich-AG" ein Wort auf, das zwar in irgendwelchen Medienzirkeln rumgeistert und in der deutschen Arbeitsmarktdebatte Eingang gefunden hat, mit dem Sprachgebrauch der meisten Menschen aber wenig zu tun hat. Es ist ein medienpolitisches Selbstbeweihräucherungsritual das da veranstaltet wird. Lasst doch den PR-Heinis ihre doofen "Unwörter" Unwörter sein. Hättet besser was Relevanteres gefunden, das den ganzen deutschsprachigen Raum umfasst. Da hätte sich schon ein gemeinsamer Nenner finden lassen. Aber nein, die Deutschen nehmen sich sehr wichtig. Sie sind schliesslich 80 Millionen. Das ist schon ein Gewicht! Lasst doch dieses selbstmitleidige Gebaren sein und unternehmt eine Reise nach Schlechtmenschistan! Ich kann ohne weiteres noch eine Liste selbsterfundener "Unwörter" hinzufügen. Dafür fehlt mir jedoch die Zeit.Ist denn eigentlich Aktienkapital im ökonomischen Sinn ein Wort? Eher ein Begriff. Gibt es Aktiengesellschaften die nicht kapitalisiert sind? Ja. Was haben Germanisten mit Politik zu tun? Sie versuchen sich in Verführung. Euphemismus hin oder her: Eine geschützte Marke ist kein Wort. Da könnte man ja geradezu "Google" nach belieben als "Wort" oder "Unwort" küren. Ich gehe jetzt einen Apfel essen und muss mich dabei verdammt anstrengen nicht an meinen Computer zu denken.

... um der Eitelkeit willen, der ephemeren Blindheit wegen und dem Schwachsinn im Erdreich zwischen Ameisen (Forel) und brauner Schei*se (Hitler & Co.).

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