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22.01.2003 20 56 pet #972
Diese Seite ist ein Besuch wert.

22.01.2003 19 24 nik #971
Guten Abend,

ich hatte einen anstrengenden Tag und bin eben zuhause angekommen. Leider verspüre ich noch kein Hungergefühl. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass in ein oder zwei Stunden sich durchaus ein solches einstellen wird. Kartoffeln ass ich gestern, heute wird es vielleicht eine Pizza sein. Ich überlege gerade, wie ich meinen Abend gestalten könnte. Ein Buch? Ein Film? Freunde? Könnte sein.
Als Kind hatte ich die Vorstellung, dass das Bild verschwommen herauskommen muss, wenn man bei starkem Wind fotografiert. Auch stellte ich mir vor, dass die Eisenbahn deshalb fährt, weil die Erde sich dreht. Schiffbruch erlitt diese Einbildung, als ich an die Züge dachte, welche sich in die selbe Richtung bewegen, wie die Erde sich dreht. Wenn meinem Erinnerungsvermögen nicht die Vergesslichkeit in die Suppe gespuckt hat, dann habe ich noch nie auf einem Schiff eine Pizza gegessen.

Zum Schluss noch ein Rätsel. Wen erreicht man unter folgender Telefonnummer:
392 77 04 ?
Wer es weiss, bekommt ein 3/4-Porträt von Cornelius Eisenbühl (74)

22.01.2003 18 55 pet #970
Der Fall Mattenklott
Ein Fall der Selbstverwahrlosung der Geisteswissenschaften


"[...] Was heute als Geisteswissenschaft auftritt ist kein kulturbildender Faktor mehr, sondern ein in Selbstverwahrlosung übergehender Subventionseffekt. [...]"

1. Zur Information: der Psychiater Kraepelin ist 1926 gestorben.
2. Kunst hat mit Psychiatrie eigentlich nichts zu tun.
3. Den gehobenen Blödsinn in den geeigneten Kontext gestellt ergibt wieder Sinn. Nur - was ist ein geeigneter Kontext?
4. Alles Wissenswerte über Senf ist im offiziellen Newsletter des Instituts
für Senfkunde und Internationale Palindromistik der Universität Wien (ISP) zu erfahren. Hier zu finden in html-Version. Inspiriert durch einen vor einiger Zeit gesendeten Radiobeitrag über Unica Zuern von Axel Nitz.

22.01.2003 18 41 mo #969
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Folie morale

Sie sprechen viel und gern, blicken auf ihre Umgebung herab, drängen sich an den Arzt heran, suchen mit ihren Kenntnissen, ihrer Bildung und ihren Fähigkeiten zu glänzen, kleiden sich auffallend, arbeiten mit sehr wechselndem Eifer. Auch in ihrer ganzen Lebensführung tritt ihr Schwachsinn deutlich hervor. Sie gelten in ihrer Jugend häufig für begabt, aber flatterhaft, leichtsinnig und lügnerisch, fangen später alles Mögliche an, halten nirgends lange aus, springen unstet von einer Beschäftigung zur andern über, reisen planlos herum, verschwenden, bauen Luftschlösser und gerathen durch ihre Unüberlegtheit, Haltlosigkeit und Vielgeschäftigkeit häufig in schwere Kämpfe mit dem Leben und selbst in die Gefängnisse und Arbeitshäuser. Auch sie liefern einen erheblichen Theil der gewohnheitsmässigen, unverbesserlichen Bummler und Landstreicher.
Die Erkennung dieser im ganzen nicht gerade häufigen Formen ist öfters recht schwierig, da die geistige Regsamkeit und ein gewisser Schatz von Kenntnissen, die Kranken weit weniger schwachsinnig erscheinen lässt, als sie wirklich sind.
...
Auf sittlichem Gebiete zeigt sich oft schon von früher Jugend an der Mangel des Mitgefühls in grausamen Thierquälereien, boshaften Neckereien und tückischen Misshandlungen der Spielgefährten, in der Unzugänglichkeit gegen jede gemüthliche Beeinflussung. Daraus entwickelt sich weiterhin unverhülltes Hervortreten der ausgeprägtesten Selbstsucht sowie Fehlen des Ehrgefühls und jeglicher Anhänglichkeit an Eltern und Geschwister. ... Alle erziehlichen Einwirkungen bleiben fruchtlos, weil oben die werthvollsten Hülfsmittel derselben, Liebe und Ehrgeiz, hier keinen Anknüpfungspunkt finden. Nur die einfache Vergewaltigung vermag noch die Aeusserungen einer wilden Selbstsucht zu unterdrucken. Ihr wird aber sehr bald durch Falschheit, schlaue Verschlagenheit, Hinterlist, durch Verstocktheit, unbändigen Trotz, Neigung zu Lug und Trug begegnet. Dabei schreitet die selbstsüchtige Ausbildung der Persönlichkeit immer weiter fort. Das gehobene Selbstgefühl äussert sich in prahlerischer Eitelkeit, Grossthuerei, launenhaftem Eigensinn, rohen Gewalttaten, die Genusssucht in Arbeitsscheu, Ausschweifungen, unsinniger Verschwendung. In der Regel besteht auch geringe Widerstandsfähigkeit gegen Verführungen und plötzliche Antriebe, grosse gemüthliche Reizbarkeit, Rachsucht, Planlosigkeit und Zerfahrenheit der gesammten Lebens- führung, Empfindlichkeit gegen Alkohol. (Emil Kraepelin, Psychiatrie, 1896)

Ab auf die Couch mit dem gehobenen Blödsinn!


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