21.01.2003 21 02 dab #960
jedefraueinegoettin. ab 29 Jahren.
wenn das keine blasphemische
Missachtung des Trinitätsprinzips
Jungfrau-Mutter-Greisin ist.
Ich schätze, die Geringachtung
blühender aber naiver Jugend
durch die schon etwas erschlafften
Mütter (von den Greisinnen kann
ich mir weniger Widerstand ausmalen)
entspricht ziemlich genau der geschichtlichen Geringschätzung der
göttlichen Weiblichkeit durch das
männliche Establishment.
Angst?
Werturteil?
[ich wusste es, das ganze Big-Lebowski-Script ist online...]
liebe Esomanzen,
wenn b)
jedefraueinegoettin, dann auch
a)
jedermanneingott. Wo kämen wir
da hin? Je gleichberechtigter ihr seid,
desto weniger Platz bleibt für Selbstmystifizierung.
PS: das war etwas hart. tut mir leid.
so ein Göttinnenzirkel ist natürlich volkswirtschaftlich
extrem sinnvoll. Denn wie sollte
frau sonst am Montag den Cheff wieder
ertragen können.
PPS.:
txt kommt übrigens von
*tek `weben',
nicht von
*tekw `laufen, fliessen'
21.01.2003 19 06 txt #957
Bestehend aus Text. Kein Kontext. Der Text ist der Autor. Wenigstens wenn er vor dem Computer sitzt. Der Autor ist im Kino, im Theater, in der Galerie für abstrakte Kunst zuhause oder an einem Konzert in der Tonhalle. Der Text mag nicht über sich hinausgehen, weil er von sich selber schreibt. Barthes könnte ein Kontext gewesen sein oder Sartre. Bildende Kunst aber nicht, eher das Bemühen davon Distanz zu gewinnen. Bestehend aus Text. Geschrieben als Text. Text. Text. Wie der Text sich ein Bild wünscht, er ist dazu noch nicht imstande. Er fliesst vorerst als Text. Der Text. Kontext erwünscht. Es gibt keinen. Es gibt nur den Text, der sich selber umkreist wie eine Schlange ihr Opfer, auf dass sie sich nicht in den Schwanz beisst. Text. Text immer wieder. Wie der Text so schön dahinplätschert, nichts getan und er fliesst, wie ein Bächlein in den Schlund der Elektronik. Wow. Hoppla. Der Text neigt sich zum Ende. Er stoppt sehr häufig abrupt, manchmal wird er noch ergänzt, aber meistens steht er erratisch in der Wüste anderer Texte. Text sucht Bild sucht Musik, sucht Bewegtes Bild. Text. Text. Text meistens ohne Punkt und Komma, dahinfliessend wie ein Rinnsal oder dann wieder wie ein träger Fluss. Nehmen wir den Missisippi. Raddampfer fahren auf dem Missisippi und dem Stampfen der Motoren zuhörend. Text. Hier endet er, mitten auf dem Missisippi.
21.01.2003 18 54 nik #956
Ich wollte schon lange ein Wort zum Unwort stempeln. Lange hatte ich keine Zeit oder kein geeignetes Wort. Jetzt hab ich eins gefunden und ich stempel wild drauflos!
ESSTEMPEL
...fehlt nicht viel zum Unwort galore:
FRESSTEMPEL
21.01.2003 16 13 mo #955
Ella habla por en medio de las piernas..
Wird e.ch neuerdings von der EMMA gesponsert?
Wie dem auch sei, Baubo hiess auch Jambe, der ob Bekämpfung in Vergessenheit geratene Kult findet sich heutzutage nur noch bei diversen Kaffeekränzchen und in den Skulpturen einer Niki de Saint Phalle. Die unten erzählte Geschichte wird Homer zugeschrieben.
Urschlund, primae materia. Angst? Werturteile?
21.01.2003 15 16 van #953
21.01.2003 15 16 van #954
Demeter hatte eine liebreizende Tochter Persephone, welche sich eines Tages lustwandelnd im Garten erging. Plötzlich stieg Hades, der Gott der Unterwelt, aus einer Erdspalte empor und entführte die liebliche Persephone in die Unterwelt.
Die Hilfeschreie der Jungfrau hallten indessen tief unter der Erde wider und sprangen wie ein dumpfes Echo von jedem Stein; sie gurgelten wie Quellwasser unter den sieben Meeren, und so vernahm Demeter den Hilferuf ihrer Tochter.
Demeter wütete, weinte, klagte, flehte um Gnade, aber sie fand ihre Tochter nicht. In ihrer Verzweiflung verfluchte sie, die Mutter des ewigen Wachstums, alles was fruchtbar auf der Erde war. "Stirb, stirb, stirb!" schrie sie, und von nun an wurden keine Kinder mehr geboren, kein Weizen gedieh, keine Knospe öffnete sich mehr. Die Erde selbst erstarb.
Demeter wütete weiter, bis eines Tages die Bauchgöttin Baubo sprach: "Nun aber Schluss damit. Jetzt werde ich der guten alten Demeter erscheinen!" Demeter hing weinend über einen Brunnen gebeugt, in den sie den Namen ihrer Tochter hineinschrie, als direkt vor ihr ein kopfloser Frauenrumpf erschien. Der Rumpf schwenkte die Hüften suggestiv im Kreis wie eine verführerische Bauchtänzerin, dass die Brüste auf und nieder wippten, und die Brustwarzen führten sich wie rotgeränderte Augen auf, die Demeter vorwitzig anblickten.
Da Demeter durch diesen Anblick allein nicht geheilt werden konnte, begann die Vagina, die dem Rumpf als Mund diente, nun ein paar saftige Scherze zum besten zu geben, die die Erdmutter bald schon zu einem richtigen Schmunzeln bewegten und ihr schließlich ein Lachen entrissen, das ungestüm aus dem Bauch hervorbrach.
Da saßen die beiden Unsterblichen am Brunnenrand und lachten, dass selbst Hades davon bewegt wurde, an die Oberfläche zu steigen und Persephone nach einigem Hin und Her aus seinem Reich zu entlassen.
So geschah es, dass die Erde, die Felder und Meere, aber auch die Bäuche der Menschenfrauen wieder fruchtbar wurden.
Baubo, Göttin des Humors (und der ordinären Witze)
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